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Hamburg und Umland

Wohnen in Elmshorn

Elmshorn ist wahrscheinlich die einzige Stadt, die stolz darauf ist, völlig "normal" zu sein. Und auch vielen Menschen scheint das zu gefallen, denn immer mehr kommen zum Leben her.
Elmshorn von oben

Normalität als Aushängeschild

Die Stadt sorgte 2017 mit ihrem neuen Slogan "Elmshorn supernormal" für einiges Gespött. Doch so ganz aus der Luft gegriffen ist diese Assoziation nicht, denn Elmshorn hat wenig Aufsehenserregendes zu bieten, ist dafür aber eine solide, bodenständige Stadt, die hart an einem besseren Image arbeiten muss - innen wie außen. Offenbar nicht ganz ohne Erfolg.

Daten und Fakten zu Elmshorn

  • Bundesland: Schleswig-Holstein
  • Kreis: Pinneberg
  • Größe: 21,37 Quadratkilometer
  • Einwohner: 52.238 (Stand: November 2019)
  • Entfernung zu Hamburg: ca. 30 Kilometer
  • Schulen: 6 Grundschulen, 3 Gemeinschaftsschulen, 2 Gymnasien, 2 Förderzentren, 1 Waldorfschule, 1 Privatschule, 1 Berufsschule, 1 Fachhochschule, 1 Wirtschaftsakademie
  • Kindertagesstätten: ca. 22

Geografie und Geschichte von Elmshorn

Elmshorn ist eine Mittelstadt im Süden Schleswig-Holsteins, etwa 30 Minuten von Hamburg entfernt. Sie liegt direkt am Fluss Krückau und hat eine bis ins Mittelalter zurückreichende Geschichte als Hafen- und Walfangsort. Die Krückau entspringt bei Kaltenkirchen, durchfließt neben Elmshorn auch die Stadt Barmstedt und mündet schließlich etwa 10 Kilometer von Elmshorn entfernt bei Seestermühe in die Elbe. Ab Elmshorn gilt der Fluss als Bundeswasserstraße. Während vom Hafen der Stadt aus noch bis ins 19. Jahrhundert hinein Walfang betrieben wurde, ist die Krückau heute aufgrund ihrer Verschlickung in der Regel nur noch für kleinere Freizeitbote befahrbar.

Erstmals urkundlich erwähnt wird "Elmeshorne" 1141. Aus dem Jahre 1350 stammt die Kirche St. Nikolai. Während des Dreißigjährigen und des Ersten Nordischen Krieges wurde der Ort, der im 17. Jahrhundert als Truppenstandort und Kriegsschauplatz genutzt wurde, sowohl von der Pest heimgesucht als auch mehrfach zerstört. Aufgrund der Lage an der Krückau wuchs Elmshorn anschließend dennoch schnell zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort heran. Der wirtschaftliche Aufschwung begann mit der Zunftberechtigung 1736. Vier Jahre später wurde erstmals der Wochenmarkt abgehalten, der bis heute Bestand hat.

Im 18. Jahrhundert wurde Elmshorn wiederum von einer Katastrophe heimgesucht, dem Großen Brand am 24. April 1750, bei dem fast 50 Wohnhäuser zerstört wurden. Von der großen Sturmflut, die sechs Jahre später im naheliegenden Marschland fast 600 Todesopfer forderte, blieb der Ort dagegen weitestgehend verschont. Dafür kam damit ein kleiner Bevölkerungsaufschwung, da Elmshorn nach der Flut obdachlos gewordene Menschen aus dem Umland aufnahm.

Unter der dänischen Herrschaft blühte der Robben- und Walfang in der Region auf, sodass Elmshorn im 19. Jahrhundert im Seehandel so bedeutend war, dass es sogar "dat lütje Hamborg" ("das kleine Hamburg") genannt wurde. Auch das Stadtwappen, auf dem der Walfänger "Flora" zu sehen ist, zeugt von dieser Ära, die aus heutiger Sicht so wenig ruhmreich erscheint. Auch Straßennamen erzählen immer noch von der Tradition des Walfangs in der Stadt, zum Beispiel die Walfängerstraße, der Robbenschlägerweg oder die Florapromenade.

Im 19. Jahrhundert profitierte Elmshorn immens von der Industrialisierung und erhielt im Zuge dieses Aufschwungs 1870 die Stadtrechte. Die wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine waren der Schiffbau, die Lederindustrie sowie die Lebensmittelproduktion. Letztere gehört bis heute zu den bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt. Der bekannte Elmshorner Haferflockenhersteller Peter Kölln brachte seinen Hafer lange Zeit mit bis zu vier eigenen Motorschiffen über den Seeweg zu seinem Werk, das direkt an der Krückau liegt. Seine letzte Fahrt unternahm das Kölln-Schiff "Klostersande" erst im Jahre 2000.

Mehrere Eisenbahnlinien wurden eröffnet und die Bevölkerungszahlen stiegen schneller als Fläche durch Eingemeindungen hinzukam, sodass Elmshorn schon damals zu einem dichtbesiedelten Gebiet wurde. Heute ist die Bevölkerungsdichte hier nahezu genauso hoch wie in Hamburg.

Das 20. Jahrhundert brachte dann mal wieder Zerstörung über die Stadt: zum einen durch mehrere britische Fliegerangriffe im Zweiten Weltkrieg, die Elmshorn entweder wegen seiner industriellen Bedeutung als Primärziel trafen oder als Sekundärziel, weil die Bomben aus irgendeinem Grund nicht über Hamburg abgeworfen werden konnten. Schon kurz vor der britischen Machtergreifung, übernahm ein antifaschistischer Ordnungsdienst die Kontrolle über die Stadt und verhaftete mehrere hochrangige Nationalsozialisten.

Zum anderen verursachte die Große Sturmflut 1962 schwere Schäden in Elmshorn sowie im Umland und auch in den Folgejahren wurde die Stadt immer wieder von Sturmfluten getroffen. Dem wurde schließlich 1969 mit Errichtung des Krückausperrwerks ein Ende gesetzt.

In den 70er-Jahren wurde die Stadt dann umfassend um- und wiederaufgebaut. Dabei wurden zwischen 1975 und 1977 große Teile des alten Stadtkerns abgerissen. Außerdem fanden weitere Eingemeindungen statt.

Seit 2009 ist Elmshorn Sitz der Kreisverwaltung, während Pinneberg Kreisstadt und Sitzungsort des Kreistages geblieben ist.

    Leben und Arbeiten in Elmshorn

    Die beiden bekanntesten Unternehmen der Stadt und wichtige Arbeitgeber sind der bereits erwähnte Haferflockenhersteller Peter Kölln, dessen Familienbetrieb hier bereits seit 1820 Bestand hat, sowie der Teppichvertrieb Teppich Kibek, der hier nicht nur seinen Firmensitz hat, sondern auch das größte seiner insgesamt 16 Teppichhäuser betreibt. Außerdem gibt es in Elmshorn eine Kaffeerösterei der Kraft Foods Group sowie den Trüffelhersteller Wiebold Confiserie. Wer im Lebensmittelbereich arbeiten möchte, ist in Elmshorn also bestens aufgehoben.

    Dennoch pendeln viele Menschen zum Arbeiten aus Elmshorn heraus - mit deutlich steigender Tendenz. Durch direkten Anschluss an den Nah- und Fernverkehr der Bahn sowie die Autobahn 23 ist die Stadt gut an das übrige Schleswig-Holstein sowie Hamburg angebunden und dadurch für Pendler attraktiv.

    Elmshorn ist vergleichsweise dicht besiedelt, was dazu führt, dass alles - Wohn-, Gewerbe- und Grünflächen - eng beisammen liegt. Auch die Mieten sind in den vergangenen Jahren, wie überall im "Hamburger Speckgürtel" enorm angestiegen und neuer Wohnraum wird dringend benötigt. Die Preise für Einfamilienhäuser aus dem Bestand liegen dabei allerdings mit 2.250 bis 2.500 Euro pro Quadratmeter noch unter dem Umlandsmittelwert, vorhandene Eigentumswohnungen sind sogar für unter 2.000 Euro zu bekommen. Die Bestandsimmobilien sind also immer noch deutlich günstiger als beispielsweise im nahen Pinneberg. Neubauten liegen preislich jedoch auch hier im oberen Drittel (Quelle: LBS Bausparkasse, April 2019). In Elmshorn soll neuer Wohnraum nach dem Konzept der "kompakten Stadt der kurzen Wege" vor allem im Innenstadtbereich auf brachliegenden Industrieflächen entstehen. Wie genau die Bebauung, beispielsweise im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen, letztlich aussehen wird, ist allerdings noch nicht beschlossen. Bisher ist das Stadtbild vor allem von Einfamilien-, Reihen- und Hochhäusern geprägt.

      Marktstraße in Elmshorn
      Nikolaikirche in Elmshorn
      Elmshorner Wasserturm
      Stadthaus an der Krückau in Elmshorn
      Weiße Villa in Elmshorn
      Elmshorner Torhaus
      See im Elmshorner Stadtpark Liether Wald
      Wasserfall im Elmshorner Stadtpark Liether Wald
      Angler am Teich im Elmshorner Steindammpark
      Historischer Ewer Gloria im Hafen von Elmshorn
      Haferflocken-Werke Peter Kölln in Elmshorn
      Marktstraße in Elmshorn
      Nikolaikirche in Elmshorn
      Elmshorner Wasserturm
      Stadthaus an der Krückau in Elmshorn
      Weiße Villa in Elmshorn
      Elmshorner Torhaus
      See im Elmshorner Stadtpark Liether Wald
      Wasserfall im Elmshorner Stadtpark Liether Wald
      Angler am Teich im Elmshorner Steindammpark
      Historischer Ewer Gloria im Hafen von Elmshorn
      Haferflocken-Werke Peter Kölln in Elmshorn

      Aktivitäten und Sehenswertes in Elmshorn

      Auch wenn manch einer es auf den ersten Blick vielleicht nicht glauben mag - Elmshorn verfügt gleich über eine Reihe sehenswerte historische Bauwerke. Allen voran eines der ältesten Gebäude der Stadt, die evangelische Nikolaikirche, die eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat: Nachdem der mittelalterliche Ursprungsbau im Zweiten Nordischen Krieg dem Erdboden gleichgemacht wurde, wurde sie 1660 im gotischen Stil an gleicher Stelle neu aufgebaut und erhielt 1733 einen barocken Südanbau, für den sie besonders bekannt ist. Dieser Teil der Kirche wird auch Schifferkirche genannt, weil hier die Seefahrer und Walfänger ihre Plätze hatten. Auch der Innenraum der Kirche erinnert an das Unterdeck eines echtes Schiffs. Ihren neugotischen Turm erhielt sie erst im Jahre 1881. Im 20. Jahrhundert wurde die Kirche zunächst außen, dann innen restauriert. Ab 2013 musste die Kirche wegen Hausschwammbefalls und Statikmängeln erneut saniert werden.

      Ebenfalls einen Besuch wert ist der 45 Meter hohe Wasserturm, der 1902 erbaut wurde und bis 1989 in Betrieb war. Seit er 2003 für den symbolischen Preis von 50 Cent in Privatbesitz überging, wurde er umfassend umgebaut und ist heute für die Öffentlichkeit zugänglich. In ihm ist eine Kerzenzieherei und Wachsbildnerei mit Bistro beheimatet, außerdem werden Turmführungen und Trauungen angeboten.

      Ein beliebtes Fotomotiv ist die "Weiße Villa" in der Schulstraße 36, in der das Stadtarchiv untergebracht ist. Außerdem wird sie für Empfänge und standesamtliche Trauungen genutzt. Schön anzusehen ist auch das Torhaus aus dem Jahre 1908, das vom Buttermarkt in die Innenstadt führt und neben der Touristinformation auch eine Kunstgalerie mit wechselnden Ausstellungen beherbergt. Direkt am Turmhaus befindet sich außerdem ein Skulpturengarten mit norddeutscher Bildhauerkunst.

      In und vor der Markthalle am Buttermarkt findet mittwochs und sonnabends der Elmshorner Wochenmarkt statt. Die Fußgängerzone befindet sich zwischen Mühlenstraße und Wedenkamp. Außerdem gibt es in der Stadt drei Einkaufspassagen: das City Center Elmshorn (CCE), den Neuen Markt und die Marktpassage.

      Kulturell wartet die Stadt auch mit dem Stadttheater, einem Tourneetheater mit 436 Plätzen auf. Geschichte wird im Industriemuseum an der Catherinenstraße sowie auf dem Traditionssegler "Gloria", der im Elmshorner Hafen liegt, lebendig. Ein Verein bietet mit dem historischen Ewer regelmäßig Segel- und Motorfahrten nach nach Uetersen, Itzehoe und Glückstadt an. Im Hafen liegt auch das ehemalige Peter Kölln-Schiff "Klostersande", das heute als Museums- und Eventschiff genutzt wird.

      Erholung im Grünen finden die Elmshorner im Steindammpark mit See, Liegewiese, Sonnenterrasse, Grillplatz, Skateranlage, Bocciabahn, Kleinspielfeld und zwei Spielplätzen, sowie im Krückaupark und im Stadtpark Liether Wald. Letzterer verfügt mit dem Butterberg mit seinen 21,7 Metern über die höchste Erhebung der Stadt. Im Winter wird er auch als Rodelberg genutzt.

      Durch diverse Vereine gibt es für Sportler in Elmshorn ein vielfältiges Angebot - von Base- und American Football bis hin zum Wasser- und Tanzsport. Hier ist auch der Tennisverein "Lawn-Tennis-Club" zuhause, in dem Wimbledon-Sieger Michael Stich ab 1975 das Tennisspielen erlernte. Eine Besonderheit ist die bereits 1895 gegründete Reit- und Fahrschule, der Sitz des Holsteiner Verbandes, die mit ihren "Holsteinern" regelmäßig Pferdefreunde aus aller Welt nach Elmshorn lockt. Die Stadt verfügt außerdem über einen Badepark mit Traglufthalle, Spaßbecken, Riesenrutschen, Whirlpool und Sauna-Oase, der zurzeit umfassend saniert wird (Neueröffnung voraussichtlich im Herbst 2020).

        Stadt-Charakteristika

        • #bodenständig
        • #ruhig
        • #gediegen

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