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Wohnen in Hamburg-Barmbek

In Barmbek bewegt sich was. Das ehemalige Arbeiterviertel wird mehr und mehr zum angesagten Pflaster für junge Familien und Studenten.
Mundsburg-Tower in Hamburg-Barmbek

Alter Charakter bei neuem Charme

Barmbek mit seinen beiden Stadtteilen Nord und Süd befindet sich im Wandel. Doch auch wenn die Stadtplaner und junge Menschen sein Potenzial längst erkannt haben und frischen Wind in die ehemalige Arbeitervorstadt bringen, behalten die beiden Stadtteile ihren ursprünglichen Charakter und ihre leicht verruchte Bodenständigkeit bei.

Geografie und Geschichte von Barmbek

Die beiden Stadtteile Barmbek-Nord und Barmbek-Süd gehören, ebenso wie das benachbarte Winterhude, zum Bezirk Hamburg-Nord.

Erstmals urkundlich erwähnt wird das ehemalige Bauerndorf Bernebeke, benannt nach dem gleichnamigen Fluss, bereits 1271, besiedelt war das Gebiet aber wohl schon deutlich länger.

Anfang des 19. Jahrhunderts begann langsam die Verstädterung des Dorfes. Zunächst verkauften die Barmbeker Bauern zunehmend einzelne Flächen an Privat- und Geschäftsleute, die dort Wohnhäuser oder Gewerbe aufbauten. Dennoch behielt das Dorf seinen ländlichen Charakter noch weit bis ins 19. Jahrhundert.

Erst nach Aufhebung der Hamburger Torsperre 1860 wurde es zunehmend von Städtern besiedelt und zur Jahrhundertwende kaufte die Stadt Hamburg elf der zwölf Hufen sowie die meisten verbliebenen Ländereien auf. Zurück blieb nur ein einzelner Bauer, dessen Familie, ebenso wie andere reiche Handwerker und Hufner, später auf dem gesamten Areal Barmbeks Mietwohnungen baute.

Von 1874 bis 1894 galt Barmbek als Vorort, danach als Stadtteil Hamburgs. 1951 wurde er in drei eigenständige Teile – Nord, Süd und Dulsberg – aufgesplittet. Die Grenze zwischen den beiden Stadtteilen Barmbek-Süd und Barmbek-Nord bildet der Osterbekkanal.

Im zweiten Weltkrieg wurden 93 Prozent der Wohnhäuser im heutigen Gebiet von Barmbek-Nord vollständig zerstört, der Stadtteil wurde nach dem Krieg jedoch fast unverändert wiederaufgebaut. Anders sieht es im heutigen Barmbek-Süd aus. Auch sein Zentrum, nördlich der Hochbahn-Haltestelle Mundsberg, wurde während der Bombenangriffe der Operation Gomorrha 1943 fast vollständig zerstört, allerdings nicht nach altem Vorbild wieder errichtet. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Barmbek durch den Ausbau vom Hafen und der Speicherstadt sowie der damit verbundenen Wohnungsnot in der Innenstadt zur Arbeitervorstadt.

Leben und Arbeiten in Barmbek

Barmbeks Geschichte als Arbeiterstadtteil spiegelt sich bis heute im Stadtbild sowie für die Lage bezahlbaren Mietpreisen nieder. Das durchschnittliche Einkommen liegt in beiden Stadtteilen knapp unter dem Hamburger Durchschnitt. Von der Bevölkerungsstruktur ist Barmbek heute jedoch sehr durchmischt, so treffen hier Ur-Barmbeker auf junge Familien und Studenten, die dem Stadtteil einen neuen Charakter verleihen. Zudem ist Barmbek recht multikulturell, auf der Straße klingen verschiedene Sprachen durcheinander.

Backsteinbau Barmbek-Nord
Claus-Joachim Dickow [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons
Typische Backsteinbebauung in Barmbek-Nord
(Credit: Claus-Joachim Dickow, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons)

Während Barmbek-Nord von nahezu eintönigen Rotklinker-Bauten beherrscht wird, finden sich in Barmbek-Süd auch schöne Altbauten, zum Beispiel im beliebten Komponistenviertel. Doch das frisch sanierte Viertel hat auch seinen Preis, die Mieten sind hier deutlich höher als im übrigen Barmbek.

Haus Beim Alten Schützenhof Barmbek
Enter [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
Im Keller dieses Mehrfamilienhauses betrieb der Robin Hood Barmbeks "Lord von Barmbeck" ab 1904 seine Kneipe
(Credit: Enter, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Hochpreisige sanierte Eigentumswohnungen befinden sich heute auch im ältesten erhaltenen Wohngebäude Barmbek-Süds Beim Alten Schützenhof 20. Spannend ist auch die jüngere Geschichte des Gebäudes: es beherbergte Anfang des 20. Jahrhunderts die Kneipe des Barmbeker Kult-Kriminellen Julius Adolf Petersen, genannt Lord von Barmbeck, in der Kohlearbeiter und Kriminelle verkehrten.

Blick auf die Mundsburg-Tower
Staro1 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Der größte der drei Mundsburg Tower ist 101 Meter hoch
(Credit: Staro1, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Für Barmbek besonders exklusiv lebt es sich in den Mundsburg-Türmen – drei rund 100 Meter hohe Tower mit bis zu 29 Stockwerken, von denen zwei kleine Eigentums- und Mietwohnungen und einer Büros beherbergt. Allerdings sind heute die meisten Wohnungen in Privatbesitz und nur wenige Appartements auf dem freien Markt verfügbar.

Weiterhin wird fleißig neuer Wohnraum in Barmbek geschaffen: Im nördlichen Stadtteil ist hier vor allem das "Quartier 21" zu nennen, das als familienfreundliches, begrüntes Wohngebiet geplant wurde. Auf dem Gelände des ehemaligen Barmbeker Krankenhauses wurden dafür 600 neue Wohnungen geschaffen, zum Teil in sanierten Krankenhausgebäuden, zum Teil in dazu passenden Neubauten. Auch rund um die alte Schiffbau-Versuchsanstalt in der Dieselstraße entstehen unter dem Projektnamen "Barmbek-Nord 11" 675 neue Wohneinheiten, ein Nahversorgungszentrum, eine Kindertagesstätte sowie Dauer-Kleingärten.

Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in Barmbek

Barmbek ist zwar sehr urban und alles andere als dörflich, dennoch finden sich hier einige grüne Flecken zur Naherholung und zum Sporttreiben, zum Beispiel am Osterbekkanal oder der rundherum entstandenen Parkanlage Johannes-Prassek-Park sowie am Eilbek-Kanal in Barmbek-Süd. In Barmbek-Nord wurde das ehemalige Wendebecken der alten Schiffbau-Versuchsanstalt zur Grünfläche umfunktioniert. Auch der Stadtpark und die Alster im benachbarten Winterhude sind schnell erreichbar.

In der schönen Bartholomäus-Therme in Barmbek-Süd haben Kinder zwar keinen Zutritt, dafür können sich die Erwachsenen so richtig entspannen. Neben dem Schwimmbad bietet es Aromabäder sowie eine großzügige Saunalandschaft.

Kulturell hat Barmbek einiges - und das abseits des Mainstreams - zu bieten: In Barmbek-Süd gibt es zum Beispiel das Theater "Die Burg", das in der ehemaligen Bugenhagen-Kirche untergebracht ist. In Barmbek-Nord hat sich die Zinnschmelze zum kulturellen Zentrum des Viertels für Kunstausstellungen, Theater und Musik entwickelt. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Museum der Arbeit, das 180 Jahre Hamburger Industrie-, Technik- und Sozialgeschichte zeigt. Am Museum findet auch mehrmals im Jahr der Kultur-Flohmarkt statt, wo keine Neuware, dafür aber jede Menge echter Trödel angeboten wird. Auch das Bürgerhaus an der Lorichstraße ist ein wichtiger kultureller Treffpunkt für Jung und Alt in Barmbek-Nord.

Barmbek-Nords Hauptstraße ist die Fuhle, die Fuhlsbüttler Straße, die lange bessere Zeiten gesehen hatte. Doch durch verschiedene Bauprojekte wie die Fuhle 101, die Anfang 2020 fertiggestellt sein soll, sowie eine Grundsanierung im Jahr 2017 wird sie immer mehr aufgewertet und als Flaniermeile attraktiver. Dazu trägt auch das Firmennetzwerk "Die Fuhle" bei, denn hier befinden sich noch viele kleine inhabergeführte Geschäfte, die das Herz des Stadtteils bilden.

An der Hamburger Straße in Barmbek-Süd befinden sich gleich zwei große Shoppingcenter, das im Untergeschoss der Mundsburg-Türmen angesiedelte Mundsburg Center, das sich nach einem Umbau 2015 auf "daily needs" spezialisiert hat sowie die Hamburger Meile, mit 700 Metern Europas längstes Shoppingcenter, mit 150 Shops, Cafés und Restaurants sowie einem Kino.

Kulturzentrum Zinnschmelze in Hamburg-Barmbek-Nord
TRUDE-Schneidrad vor dem Museum der Arbeit in Hamburg-Barmbek
Museum der Arbeit in Hamburg-Barmbek-Nord
Osterbekkanal in Hamburg-Barmbek
Johannes-Prassek-Park in Hamburg-Barmbek-Süd
Grünanlage Wendebecken in Hamburg-Barmbek-Nord
Kulturzentrum Zinnschmelze in Hamburg-Barmbek-Nord
TRUDE-Schneidrad vor dem Museum der Arbeit in Hamburg-Barmbek
Museum der Arbeit in Hamburg-Barmbek-Nord
Osterbekkanal in Hamburg-Barmbek
Johannes-Prassek-Park in Hamburg-Barmbek-Süd
Grünanlage Wendebecken in Hamburg-Barmbek-Nord

Stadtteil-Charakteristika

  • #urban
  • #bodenständig
  • #multikulturell

(Titelbild: Gerckens-Photo-Hamburg / Shutterstock)

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