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Wohnen in Hamburg-Eilbek

Das kleine Eilbek ist trotz dichter Besiedlung ein ruhiges Wohnviertel und zieht immer mehr vor allem Singles, Paare und junge Menschen an.
Eilbeker Brücke in Hamburg-Eilbek

Schlichtes Arbeiterviertel mit Potenzial

Manch einer, zum Beispiel der Leiter des Bezirksamtes Wandsbek Thomas Ritzenhoff, sagt dem kleinen Stadtteil am Eilbek-Kanal eine große Zukunft voraus. Bisher zeichnet sich das einfache Wohnviertel jedoch vor allem durch seine ruhige Atmosphäre und gute Anbindung an die Hamburger Innenstadt aus.

Geografie und Geschichte von Eilbek

Eilbek im Nordwesten Hamburgs ist seit 1949 der südlichste Stadtteil des Bezirkes Wandsbek und grenzt an Hohenfelde, Wandsbek, Marienthal und Hamm. Im Norden verläuft die Wandse/Eilbek bzw. der Eilbek-Kanal und bildet damit die Grenze zu den Stadtteilen Uhlenhorst und Barmbek-Süd. Der schmale Stadtteil ist nur 1,7 Quadratkilometer groß und gehört zu den am dichtesten besiedelten Vierteln der Hansestadt.

Seinen Namen verdankt Eilbek (früher: Ylenbeke 'Egelbach') Blutegeln, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts für medizinische Zwecke im Eilbek-Kanal gefangen wurden. Nach der ersten urkundlichen Erwähnung 1247 gehörte es über 600 Jahre dem Hospital zum Heiligen Geist. Den ersten großen Bevölkerungsschub erlebte das Dorf 1842 als sich nach dem Großen Hamburger Brand tausende obdachlos gewordene Hamburger Bürger dort ansiedelten. Von 1854 bis 1900 stieg die Einwohnerzahl dann noch einmal von 5.000 auf 30.000 an. 1874 wurde Eilbek zunächst zum Hamburger Vorort, 1894 dann eingemeindet. 

1923 gehörte der kleine Stadtteil zu den Zentren des kommunistischen Hamburger Aufstandes, bei der viele der dort ansässigen Arbeiter unter anderem das Eilbeker Polizeirevier stürmten.

Im zweiten Weltkrieg wurde Eilbek, wie auch viele andere Hamburger Stadtteile, bei der Operation Gomorrha im Juli 1943 fast vollständig zerstört, darunter auch das Hospital zum Heiligen Geist sowie das Maria-Magdalenen-Kloster. Von den Bombenangriffen verschont blieb nur das heutige Vorzeigeviertel des Stadtteils, das Auenviertel. In den 1950er Jahren begann der Wiederaufbau, dessen schlichte, mehrgeschossige Rotklinkerbauten noch heute das Bild des Stadtteils bestimmen.

Leben und Arbeiten in Eilbek

Eilbek gehört zu den eher weniger wohlhabenden Vierteln Hamburgs, weshalb auch die durchschnittlichen Mieten etwas unter denen der umliegenden Stadtteile liegen. Da mehrgeschossiger, in der Nachkriegszeit entstandener Wohnungsbau dominiert, gibt es hier vor allem kleinere, genossenschaftliche Wohnungen. Deshalb lassen sich Familien in Eilbek seltener nieder, dafür bietet der Stadtteil Singles, jungen Leuten und Paaren ausreichend bezahlbaren Wohnraum.

Sein klarer Vorteil liegt in der hervorragenden Anbindung an die Innenstadt: Für seine Größe verfügt Eilbek mit sechs U- und S-Bahnstationen über überdurchschnittlich viele Anschlüsse an den öffentlichen Nahverkehr. Auch die Fahrradroute in die Innenstadt kann sich sehen lassen, denn die Eilbeker können entlang des Kanals direkt bis an die Alster radeln. Die Hauptverkehrsstraße ist die sechsspurige Wandsbeker Chaussee, die mitten durch den Stadtteil verläuft.

Am Eilbek-Kanal liegt im Nordwesten des Stadtteils das grüne Auenviertel, das durch meist zweigeschossige Stadthäuser aus dem schlichten Rot-Grau des übrigen Eilbeks heraussticht. Größere Wohnungen finden sich auch in den neueren Bauprojekten, bei denen in einigen der ehemaligen Eilbeker Hochbunkern mit Einfallsreichtum familiengerechter Wohnraum geschaffen wurde. Im umgebauten Bunker East Side Loft befinden sich nun zum Beispiel schicke Drei- bis Vier-Zimmer-Eigentumswohnungen.

Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in Eilbek

Eilbek ist nicht gerade für seine Sehenswürdigkeiten bekannt und zum Einkaufen zieht es seine Bewohner auch eher ins benachbarte Barmbek-Süd oder nach Wandsbek. Nichtsdestotrotz gibt es einige erwähnenswerte Orte. Architektonisch stechen vor allem die wenigen Altbauten heraus, zum Beispiel in der Schellingstraße oder das Schulgebäude der Grundschule Hasselbrook. Auch das hamburgweit bekannte Fundus Kindertheater ist in einem schönen Altbau untergebracht.

Eilbeks Vorzeigestraße ist die Blumenau im Auenviertel. Hier finden sich schöne, gründerzeitliche Stadtvillen und bunte Fassaden. Im Restaurant Factory Hasselbrook kann in einem historischen Bahnhof gespeist werden.

Erholung in der Natur finden die Eilbeker natürlich am Kanal, aber auch im schönen Jacobipark, der 1954 vom Friedhof in einen Park umgestaltet wurde, wobei einzelne historische Grabmäler erhalten blieben. Er verfügt außerdem über eine Teichlandschaft, einen Ruhegarten, einen Kinderspielplatz, einen Hundeauslauf und eine Vogelschutzzone. Am Nordeingang des Parks steht die Osterkirche, eine neugotische Kapelle aus dem Jahre 1864, die vom selben Architekten stammt wie beispielsweise die Alsterarkaden.

Weitere sehenswerte Kirchen sind die Versöhnungskirche an der Ecke Maxstraße/Eilbektal, die 1925 fertiggestellt wurde, sowie die 1885 im neugotischen Stil erbaute Friedenskirche, die inzwischen allerdings zweimal saniert wurde.

Stadtteil-Charakteristika

  • #ruhig
  • #bodenständig
  • #günstig

(Titelbild: Bernhard Diener, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

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