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Hamburg und Umland

Wohnen in Hamburg-Harvestehude

Harvestehude ist einer der vornehmsten Stadtteile Hamburgs und zugleich einer der bedeutensten Medienstandorte Deutschlands. Aber eben nicht nur...
Eichenpark in Hamburg-Harvestehude

Villenviertel trifft Hochhaussiedlung

Wenn Eppendorf schick ist, ist das benachbarte Harvestehude dezent vornehm. Hier wohnen wirklich reiche Hamburger in pompösen Villen an der Alster - auf dem Isemarkt trifft man die Prominenz. Aber Harvestehude sind auch die bis zu fünfzehnstöckigen Grindelhochhäuser und vereint damit zwei wahre Gegensätze in einem Stadtteil.

Geografie und Geschichte von Harvestehude

Harvestehude liegt citynah westlich der Außenalster und grenzt an das Univiertel Rotherbaum, Eimsbüttel, Eppendorf sowie die beiden Hoheluft-Viertel. Der Stadtteil geht zurück auf das ehemalige Kloster Harvestehude, das 1530 aufgelöst und von der Stadt zunächst als Gut weiter verwaltet wurde.

1860 wurde das Gut Harvestehude durch ein "Consortium Hamburger Bürger" aufgekauft und systematisch erschlossen und weiterverkauft. Immobilienspekulanten bauten hier schicke Villen und Wohnhäuser zur Vermietung oder zum Verkauf an reiche Hamburger Bürger. Damit war das vornehme Harvestehude geboren. Bis heute prägen die schönen Historismus- und Jugendstilbauten das Bild des Stadtteils.

Nichts ist so schön als Harvstehude,
Und darum ist es Eurer werth,
Wo auch der allerkärgste Jude
Den Silberling mit Muth verzehrt.

Friedrich von Hagedorn (1708-1754) - Auszug aus dem Gedicht "Harvstehude"

Grindelhochhaus Harvestehude
Poupou l'quourouce [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Grindelhochhäuser in Hamburg-Harvestehude

 

Bis zum zweiten Weltkrieg war Harvestehude außerdem zusammen mit Rotherbaum Zentrum des jüdischen Lebens in Hamburg. Die jüdische Gemeinde lebte bevorzugt im Grindelviertel, welches im Krieg stark zerstört wurde. Zahlreiche Stolpersteine erinnern bis heute daran. Auf den Trümmern entstand die ebenfalls fürs Stadtteil charakteristische Hochhaussiedlung am Grindelberg, bestehend aus zwölf acht- bis fünfzehnstöckigen Hochhäusern, die zunächst als Standort der britischen Truppen geplant waren, deren Bau dann aber gestoppt wurde und 1950 zur Errichtung von Wohnhäusern fortgesetzt wurde. Ab 1990 wurden sie saniert und beherbergen heute bezahlbare Wohnungen für bis zu 3.500 Menschen sowie das Bezirksamt Eimsbüttel.

Leben und Arbeiten in Harvestehude

Harvestehude ist zwar das dritteinkommensstärkste Viertel Hamburgs - und die Menschen hier verdienen dreimal soviel wie der Hamburger Durchschnitt, aber durch Uni- und Citynähe findet sich hier auch für weniger betuchte Hamburger für die Lage verhältnismäßig bezahlbarer Wohnraum. In den Villenvierteln an der Außenalster ist man zwar offensichtlich reich, trägt es aber weniger zur Schau als beispielsweise im benachbarten Eppendorf.

Meistens jedenfalls - denn genauso wie Eppendorf machte Harvestehude 2015 durch Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam, als die Stadt plante, im ehemaligen Kreiswehrersatzamt Wohnungen für 220 Flüchtlinge zu errichten. Drei Anwohner zogen erfolgreich vor Gericht, wo ein Kompromiss zwischen Klägern und Stadt erwirkt wurde. Zwei Jahre später war der Protest verstummt und die meisten Harvestehuder stehen den nunmehr 190 Flüchtlingen in ihrem Viertel positiv gegenüber.

Die Einstellungen der in Harvestehude Befragten sind deutlich positiver und toleranter als die der bundesweit Befragten

Studie des Kölner Instituts für Soziologie (Quelle: welt.de, 2017)

Mit der Hörfunkzentrale und dem Verwaltungssitz des Norddeutschen Rundfunk (NDR) sowie einem neuen Medienzentrum, das unter anderem den Regionalsender "Hamburg 1" beheimatet, ist Harvestehude außerdem einer der bedeutensten Medienstandorte Deutschlands und daher auch beliebter Wohnort für Medienleute.

NDR Hörfunk Zentrale
Wmeinhart - Wolfgang Meinhart, Hamburg [GFDL 1.2], via Wikimedia Commons
NDR-Landesfunkhaus an der Rothenbaumchaussee in Harvestehude

 

Zum NDR gehört auch das Rolf-Liebermann-Studio an der Oberstraße. Der ehemalige jüdische Tempel wird heute als Konzertsaal genutzt.

Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in Harvestehude

Im Stadtteil liegen mehrere Parks und Grünflächen. Der bekannteste ist der Innocentiapark, der nach Vorbild des quadratischen Londoner Parks als "Square" angelegt ist. Hier trifft sich im Sommer ganz Harvestehude, ob Stadtvilla- oder Grindelhochhausbewohner, zum Ausspannen, Toben auf dem Spielplatz oder Tischtennisspielen.

Auch der nördliche Teil der Alster und das Alstervorland bieten hier ein schönes Stück Natur mitten in der Stadt. Von Harvestehude aus hat man einen schönen Blick auf die Alster und den im Norden angrenzenden See, gleichzeitig bieten sich die schönen im diesem Teil Harvestehudes liegenden Villenviertel für einen Spaziergang - oder eben mit dem nötigen Kleingeld im Gepäck zum Wohnen - an. Die ausgedehnten Wiesen des Alstervorlandes laden gerade im Sommer zum Verweilen und Entspannen ein.

Ein wahres Herzstück des Stadtteils ist der Isemarkt, der zweimal die Woche (dienstags und freitags 8:30 bis 14 Uhr) entlang der Isestraße unter dem Hochbahnviadukt stattfindet. Mit 750 Metern Länge ist er nicht nur einer der größten Wochenmärkte Deutschlands, sondern gilt auch als einer der schönsten. Ein weiterer Pluspunkt: auch bei typischem Hamburger Regenwetter lässt sich hier trockenen Fußes und Hauptes in aller Ruhe in dem vielfältigen Angebot stöbern.

Die Haupteinkaufsstraße Harvestehudes ist der Eppendorfer Baum, der ins benachbarte Stadtteil überführt. Exquisite Restaurants finden sich vor allem westlich der Außenalster.

Wer gerne ins Theater geht, findet in Harvestehude zwar keinen großen Bühnen, aber ein paar kleine ganz besondere Schätze. Die Bühne "HoheLuftschiff" bzw. Theater Zeppelin ist das einzige schwimmende Kindertheater Hamburgs und beherbergt Theaterbühne und Kindertheaterschule unter einem Schiffsdach. Das "Theater im Zimmer" befindet sich in einer klassizistischen Villa und bietet Platz für 200 Gäste.

Mit der Kirche St. Nicholai am Klosterstern beheimatet Harvestehude eine der fünf großen Hauptkirchen Hamburgs. Der backsteinerne Rundbau mit seinem 90 Meter hohen Glockenturm ist der Nachfolger der zerbombten Nikolaikirche in der Hamburger Altstadt.

Sportfans kennen Harvestehude vielleicht vom ganz großem Tennis: In Deutschlands größtem Tennisstadion "Am Rothenbaum" finden jährlich die German Open statt, außerdem hat der Deutsche Tennisbund hier seinen Hauptsitz. Auch die Hockeyplätze des Hamburger Traditionsverein "Club an der Alster" befinden sich auf dem Gelände der Arena.

Stadtteil-Charakteristika

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