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Wohnen in Hamburg-Uhlenhorst

Dieser Stadtteil ist etwas Besonderes, unter anderem wegen seines ungewöhnlichen Namens und der exquisiten Lage an der Alster. Doch auch Kunst und Literatur stehen hier ganz oben auf der Hitliste.
Feenteich mit Villen in Hamburg-Uhlenhorst

Die schöne Mitte Hamburgs

Wer in diesem Stadtteil lebt, wohnt nicht in, sondern auf der Uhlenhorst, und zugleich ganz nah am geografischen Mittelpunkt der Hansestadt. Das teure, aber bodenständige Viertel mit der "Schönen Aussicht" auf die Alster und Hamburger Sehenswürdigkeiten, wie den Michel und den Fernsehturm, ist insbesondere bei Singles sehr beliebt.

Geografie und Geschichte der Uhlenhorst

Uhlenhorst gehört zum Bezirk Hamburg-Nord und liegt östlich der Außenalster gegenüber von Harvestehude. Die angrenzenden Stadtteile sind WinterhudeBarmbek-Süd, Eilbek und Hohenfelde. Vermutlich aufgrund des zweiten Teils seines Namens "Horst", der sich auf die ursprüngliche geografische Lage des Ortes (Hang, Anhöhe) bezieht, lebt man hier auch heute noch nicht "in", sondern "auf" der Uhlenhorst. Im Süden des Stadtteils wird der geografische Mittelpunkt Hamburgs verortet.

Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort 1256, damals noch unter dem Namen Papenhude, einer Anlegestelle für Lastkähne an der Alster. Das Gebiet des heutigen Stadtteils, das zwischen den Mündungen von Eilbek und Osterbek liegt, war noch lange Zeit eine reine Wiesen- und Weidelandschaft, da es aufgrund seiner Sumpfigkeit kaum landwirtschaftlich nutzbar geschweige denn bebaubar war.

Der heutige Name Uhlenhorst kam um 1608 auf, wobei seine Herkunft nicht eindeutig geklärt ist. Er könnte sowohl - wörtlich genommen - auf einen Ort zurückgehen, an dem Eulen hausten, als auch auf "Hurst/Horst" aufbauen und die geografischen Begebenheiten beschreiben (Hang, Gestrüpp).

Nachdem die Unternehmer August Abendroth, Carl Heine und Adolph Jencquel die Uhlenhorst kauften, begann nach 1837 die planmäßige Erschließung des Gebietes, bei der Kanäle zur Entwässerung angelegt und der Spiegel der Alster um einen Meter gesenkt wurde, sodass schließlich gebaut werden konnte. Zunächst entstanden hier noch in ziemlicher Wildnis Landhäuser wohlhabender Hamburger Bürger. Nicht zuletzt wegen der von August Abendroth erlassenen "Uhlenhorster Bedingungen", die besagten das sich im westlichen Teil des Gebietes kein Gewerbe oder Industrie ansiedeln darf, erhielt der Ort seinen großbürgerlichen Charakter, den der Stadtteil bis heute weitestgehend beibehalten hat.

1874 wurde Uhlenhorst zum Hamburger Vorort erklärt, 1894 wie viele andere der heutigen Stadtteile schließlich eingemeindet. Als Ende der 1860er-Jahre auch die Eilbek kanalisiert wurde, kam weitere großflächige Bebauung dazu, die im zweiten Weltkrieg allerdings zerstört wurde. Beim Wiederaufbau setzte man hier, im östlichen Teil des Gebietes, auf einfache Backsteinbauten. Dieser Bereich östlich des Winterhuder Weges gehört nach dem Groß-Hamburg-Gesetz, mit dem eine Neuordnung der Stadtteile einherging, heute allerdings zu Barmbek-Süd.

Leben und Arbeiten auf der Uhlenhorst

Der Stadtteil steht, was die Bevölkerungsstruktur angeht, in direktem Gegensatz zum benachbarten Barmbek. Während dort das einstige Arbeiterviertel noch vielerorts zu spüren und zu sehen ist, sind auf der Uhlenhorst eher die Bildungsbürger sowie in Alsternähe die wirklich Reichen zuhause. Denn hier befindet sich eines der exquisitesten und teuersten Viertel der Hansestadt: Die schicksten Villen liegen rund um den verwunschenen Feenteich, der direkt mit der Alster verbunden ist. Eine von ihnen fungiert als Gästehaus des Hamburger Senats, das schon zahlreiche prominente Gäste beherbergt hat, darunter den Dalai Lama und die englische Königin.

Dadurch liegt das durchschnittliche Einkommen hier weit über dem Hamburger Durchschnitt, die Arbeitslosenquote hingegen ist nur halb so hoch. Die Minderjährigenquote ist geringer, die Altenquote etwas höher, was sich auch in den Zahlen zur Haushaltsstruktur des Statistikamtes widerspiegelt: Auf der Uhlenhorst werden mehr als die Hälfte aller Haushalte (insgesamt etwas mehr als 11.600) von Singles (gut 63 Prozent) bewohnt, Familien mit Kindern hingegen sind hier rar. Ihr Anteil beträgt insgesamt nur gut 13 Prozent. Der Rest sind Paare oder Familien ohne Kinder. Die Anzahl der schon vorhandenen öffentlich geförderten Wohnungen ist in diesem Stadtteil verschwindend gering (unter zwei Prozent). Eigentumswohnungen kosten auf der Uhlenhorst im Schnitt zwischen 6.246 Euro (Altbau) und 7.726 Euro (Neubau) pro Quadratmeter, was zum Beispiel selbst im Vergleich zum hippen Eppendorf richtig teuer ist.

Die Stadt ist zwar bestrebt mehr bezahlbaren Wohnraum für Familien im Stadtteil zu schaffen - wirklich viel Platz für neue Bauvorhaben ist allerdings auf der recht dicht bebauten Uhlenhorst gar nicht vorhanden. Trotzdem werden hier und da neue Bauprojekte verwirklicht, unter anderem an der Kanalstraße, wo bis 2020 etwa 80 Wohneinheiten entstehen sollen, sowie an der Finkenau zwischen Oberaltenallee und Eilbekkanal (ca. 650 Wohneinheiten). Dabei ist die Uhlenhorst allerdings noch nicht so überlaufen und dicht besiedelt wie die beliebten Stadtteile westlich der Außenalster, zum Beispiel Eppendorf, Eimsbüttel oder Hoheluft.

Doch wer über das nötige Kleingeld verfügt, urban, aber dennoch ruhig leben möchte, vielleicht auch noch kulturell interessiert ist und die Wassernähe sucht, wird sich auf der schönen Uhlenhorst garantiert wohlfühlen. Denn auch Stadtteilkultur und gute Nachbarschaft werden hier groß geschrieben.

Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten auf der Uhlenhorst

Die Uhlenhorst glänzt vor allem durch ihr kulturelles Angebot. So sind hier gleich zwei besondere Theater angesiedelt, zum einen das Ernst-Deutsch-Theater an der Mundsburg - das größte private Sprechtheater Deutschlands mit bis zu 200.000 Besuchern jährlich. Zum anderen The English Theatre of Hamburg, das älteste englischsprachige Theater Deutschlands, in dem nur Stücke von amerikanischen oder britischen Autoren aufgeführt werden. Es liegt am Lerchenfeld in einer ehemaligen Badeanstalt, dessen Gebäude denkmalgeschützt ist.

Ebenfalls im Stadtteil befindet sich das Literaturhaus Hamburg, das berühmten internationalen ebenso wie jungen Autoren eine Plattform bietet und rund 150 Veranstaltungen im Jahr ausrichtet. Auch die renommierte Hochschule für bildende Künste (HFBK) mit den Studienschwerpunkten Film, Malerei, Design und Bildhauerei ist auf der Uhlenhorst beheimatet.

Ausspannen im Grünen - und immer auch zugleich am Wasser - tun die Uhlenhorster natürlich an der Alster, deren Ufer hier den treffenden Namen "Schöne Aussicht" trägt, aber auch am beschaulicheren Kuhmühlenteich oder bei einem Spaziergang entlang des Eilbekkanals. Wassersportler tummeln sich auf der Alster oder setzen mit dem Boot unter der Feenteichbrücke hindurch hinüber auf den Feenteich, um vom Wasser aus die pompösen Villen zu bestaunen.

Am Ufer des Kuhmühlenteichs steht die St. Gertrud Kirche mit ihrem Unikum, dem bis in die Spitze gemauertem Turm, sowie ihrer Orgel, die als eines der schönsten und klangvollsten Instrumente Hamburgs gilt. Hier ist nun auch der Mittelpunkt der Hansestadt nicht mehr fern: Er soll sich an der Luthereiche direkt neben der Kirche befinden.

Einmal jährlich im Sommer findet im Hofweg und auf der Papenhuder Straße "Dat Uhlenfest" statt. Das beliebte Uhlenhorster Stadtteilfest bietet neben Musik, Show sowie reichem Gourmet- und Kinderangebot - passend zur kulturellen Ausrichtung des Viertels - auch eine Künstlermeile. Die Papenhuder Straße ist außerdem auch Uhlenhorsts Haupteinkaufsstraße und Flaniermeile.

Stadtteil-Charakteristika

  • #exklusiv
  • #bodenständig
  • #ruhig

(Titelbild: Ralf Gosch / Shutterstock)

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