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Hamburg und Umland

Wohnen in Wedel

Die Stadt besticht durch ihre herrliche Lage an der Elbe und ihre Nähe zur Hansestadt. Dadurch gehört Wedel aber auch zu den fünf teuersten Wohnorten im Hamburger Umland.

Wedel an der Elbe

Zwischen Ochsen, Bier und Elbmarschen

Wedel ist die Stadt der Gegensätze. Nah an der Metropole Hamburg vereint sie urbanes Leben auf besondere Weise mit der Ruhe des ländlichen Schleswig-Holsteins. Und sie ist eine Stadt im Wandel: hier trifft Tradition auf moderne Technologie und während die einen alten Zeiten hinterhertrauern, als in Wedel noch der Viehhandel und Gaststätten regierten, stechen andere mit ihrer Luxusyacht in See.

    Daten und Fakten zu Wedel

    • Bundesland: Schleswig-Holstein
    • Kreis: Pinneberg
    • Größe: 33,8 Quadratkilometer
    • Einwohner: 34.568 (Stand: Anfang 2020)
    • Entfernung zu Hamburg: ca. 20 Kilometer
    • Unternehmen: ca. 3.150
    • Schulen: 3 Grundschulen, 2 Gemeinschaftsschulen (davon eine mit gymnasialer Oberstufe), 1 Gymnasium, 1 Förderzentrum, 1 Fachhochschule, 1 Private Berufsfachschule
    • Kindertagesstätten: ca. 15

    Geografie und Geschichte von Wedel

    Die Mittelstadt liegt im äußersten Süden Schleswig-Holsteins, westlich von Hamburg direkt an der Unterelbe. Wedel blickt zurück auf eine lange Geschichte und wurde erstmals 1212 urkundlich erwähnt. Der Name kommt vom altsächsischen "Wadil" ("Furt").

    Bekannt wurde der Ort maßgeblich durch seine Lage am Ochsenweg und den regen daraus resultierenden Viehhandel. Der Weg war ein bedeutender Viehtrieb, der vom 16. bis 18. Jahrhundert von Dänemark nach Wedel verlief und dabei unter anderem die Orte Flensburg, Schleswig und Rendsburg sowie auf der Westroute Itzehoe und Elmshorn und auf der Ostroute Neumünster und Bad Bramstedt passierte. Sein Ziel war der Wedeler Ochsenmarkt, der hier im Mittelalter jedes Frühjahr ein wirtschaftliches Großereignis war, das mehrere Wochen andauerte und bei dem bis zu 30.000 Tiere verkauft wurden. Der Markt findet noch immer einmal jährlich statt, hat heute allerdings eher Volksfestcharakter.

    Ritter Roland in Wedel
    Der restaurierte Ritter Roland im Jahr 2012
    (Bild: Bullenwächter [CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)])

    Das Wahrzeichen der Stadt, die Statue des Ritter Roland, wurde 1558 als Symbol für die Marktgerechtigkeit errichtet. 1786 erhielt Wedel seine Fleckensgerechtigkeit, woraufhin der Handel mit Bier und Branntwein florierte und sich zahlreiche Gaststätten, Brauereien und Krüge ansiedelten.

    "Wedel war eine lange Zeit berühmt-berüchtigt für die Zahl seiner Gaststätten. An das historische Brauhaus, das hier stand, erinnert rein gar nichts. Es ist gesichtslos geworden."

    Wedeler Museumspädagogin Ulrike Mayer-Küster gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk (Quelle: Ndr.de)

    Ansonsten waren das 17. und 18. Jahrhundert eher schwere Zeiten für den kleinen Ort, der wiederholt von Bränden, Seuchen (u. a. mehrfach der Pest) und Kriegen gebeutelt wurde. Das Stadtrecht erlangte das bis dahin rein ländlich geprägte Wedel schließlich im Dezember 1875 mit 1.669 Einwohnern. 1883 wurde die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen, woraufhin sich vermehrt auch Industriebetriebe ansiedelten.

    Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Wedel circa 6.000 Einwohner, 1950 schon über 10.000, davon fast die Hälfte Kriegsflüchtlinge, und zur Jahrtausendwende wurde die 30.000er-Marke geknackt. Das Stadtbild hat sich vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg gewandelt, in dem - hauptsächlich bei einem britischen Bombenangriff im März 1943 - mehr als zwei Drittel der Stadt zerstört und vielfach nicht in ursprünglicher Form wieder aufgebaut wurden. Außerdem wichen landwirtschaftlich genutzte Flächen und Gehöfte durch großangelegte Wohnungsbauprojekte stetig neuer Wohnbebauung, sodass heute nur noch wenig an das ländliche Wedel erinnert.

    In den Jahren 1962 und 1976 wurde Wedel von schweren Sturmfluten getroffen, woraufhin im Jahre 1978 ein neuer Landesschutzdeich errichtet wurde. Zur Zeit des Kalten Krieges befand sich in Wedel das größte deutsche Hilfskrankenhaus mit bis zu 1.694 Betten, das zwischen 1964 und 1975 unter dem Städtischen Gymnasium gebaut wurde und im Falle eines Angriffs auf Hamburg zum Einsatz kommen sollte. Bis zu seiner Auflösung 1992 wurde es jedoch nie gebraucht. Heute können Privatleute und Bands in der unterirdischen Bunkeranlage Lager- oder Proberäume mieten.

    Leben und Arbeiten in Wedel

    Wohnen in Wedel ist vergleichsweise teuer, die Preise hier entsprechen ungefähr denen am Stadtrand von Hamburg. Teurer ist es im Umland nur noch in Reinbek und Wentorf/Aumühle sowie zum Teil in Ahrensburg und Rosengarten. Das liegt nicht zuletzt an der einzigartigen Elblage, aber auch an der geografischen Nähe zu Hamburg und guten Anbindung mit der S-Bahnlinie 1, die in Wedel endet.

    Ein Ein- oder Zweifamilienhaus kostet hier 3.000 bis 4.000 Euro pro Quadratmeter (Bestand und Neubau), eine Eigentumswohnung 2.500 bis 3.000 Euro (Bestand) bzw. durchschnittlich 3.853 Euro pro Quadratmeter, wenn neugebaut wird (Quelle: LBS Bausparkasse, April 2019).

    Was Arbeiten angeht, ist Wedel eine Pendlerstadt und zwar sowohl rein als auch raus. Interessanterweise ist nur gut ein Drittel der in Wedel Beschäftigten auch dort wohnhaft, während fast ein Drittel von außerhalb kommt. Entsprechend pendeln fast zwei Drittel aller Wedeler Bürger zur Arbeit aus der Stadt hinaus. 

    Ersteres liegt sicherlich daran, dass in Wedel einige große, auch international agierende Unternehmen mit vielen Arbeitsplätzen ansässig sind, darunter der fünftgrößte Pharmakonzern der Welt AstraZeneca und die Evac GmbH, die weltweiter Marktführer bei der Herstellung von Vakuumtoiletten für Eisenbahnen, Schiffe und Luftfahrzeuge ist. Außerdem betreibt die Vattenfall Wärme Hamburg GmbH hier ein Steinkohle-Heizkraftwerk. Wie auch andere Kohlekraftwerke steht es wegen der hohen Emissionen verschiedener Art jedoch zunehmend in der Kritik. Eigentlich sollte es bereits 2013 stillgelegt werden, bisher wurden die Laufzeiten jedoch immer verlängert. Eine lange Tradition in Wedel hat die Möller-Wedel GmbH, die optische Präzisionsgeräte für die Mikrochirurgie herstellt und mit dem firmeneigenen Wasserwerk noch bis 2016 die gesamte Stadt mit Trinkwasser versorgt hat. Heute sind die Hamburger Wasserwerke der alleinige Trinkwasserlieferant Wedels.

    Die Fachhochschule Wedel bietet elf Bachelor und sieben Masterstudiengänge für insgesamt circa 1.300 Studierende in den Bereichen Technik, Informatik und Wirtschaft an und passt damit mit ihrer Ausrichtung auf moderne Technologien gut zu den in der Stadt ansässigen Unternehmen.

    Wedel erpuppt sich außerdem als sehr kinder- und familienfreundlich. Auf der Website der Stadt findet sich ein toller interaktiver Kinderstadtplan, auf dem nicht nur die zahlreichen Spielplätze und Attraktionen für Kinder und Familien verzeichnet, sondern auch Dinge wie gefährliche Verkehrspunkte und Zebrastreifen markiert sind.

      Aktivitäten und Sehenswertes in Wedel

      Wedels bekannteste Attraktion ist sicherlich die Schiffsbegrüßungsanlage "Willkomm Höft" im Ortsteil Schulau, mit der seit 1952 sowohl aus dem Hamburger Hafen auslaufende als auch einlaufende Schiffe durch Senken der Hamburger Fahne und Schwenken der internationalen Signalflagge für "Gute Reise" begrüßt bzw. verabschiedet werden. Für besonders große "Pötte" wird auch deren heimische Nationalhymne gespielt. Die Zeremonie kann am Besten aus dem Restaurant "Das neue Schulauer Fährhaus" verfolgt werden. Die Gäste werden vom jeweils zuständigen Begrüßungskapitän umfassend per Lautsprecher über das passierende Schiff informiert. Im Schnitt passieren innerhalb von 24 Stunden mehr als 50 Schiffe die Anlage.

      Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm Höft und Schulauer Fährhaus in Wedel
      Die Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm Höft liegt direkt am Restaurant Schulauer Fährhaus
      (Bild: Eduard47 [CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)])

      Generell lässt Wedel die Herzen von Wasserratten höher schlagen: Östlich von "Willkomm Höft" liegen der Schulauer Strand und der Elbwanderweg, westlich befindet sich das "28 Grad Strandbad" mit Beachclub und Spielplatz sowie noch etwas weiter westlich der Hamburger Yachthafen. Mit fast 2.000 Liegeplätzen und 50 ansässigen Wassersportvereinen ist er einer der größten, tideunabhängigen Sportboothäfen Europas. Vom Schulauer Hafen aus pendelt eine Fähre zwischen Wedel und dem niedersächsischen Lühe auf der anderen Elbseite. Von April bis Oktober werden außerdem Ausflugsfahrten nach Stadersand bzw. Blankenese und die St. Pauli Landungsbrücken angeboten. Wer eine richtige Seereise machen möchte, kann von hier aus, ebenfalls in diesen Monaten, mit dem "Halunder Jet" zur Hochseeinsel Helgoland fahren. Der Hochgeschwindigkeitskatamaran wird bis zu 36 Knoten schnell (ca. 67 km/h) und die Fahrt dauert etwa drei Stunden.

      Hamburger Yachthafen in Wedel
      Der Yachthafen Hamburg ist der größte Sportboothafen Norddeutschlands
      (Bild: Holger Magnussen from Wedel, Germany [CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)])

      Natur erleben und Entspannen können die Wedeler besonders gut im Naturschutzgebiet Wedeler Marsch, das sich entlang des Elbufers erstreckt und dessen einzigartige Landschaft stark von den Gezeiten geprägt ist. Es vereint gleich mehrere urtümliche Naturräume wie Süßwasserwatt, Auwälder und Marschwiesen - Lebensräume, die auch von seltenen Rast- und Brutvögeln gerne angenommen werden. Hier mündet auch die Wedeler Au in die Elbe, die sich zuvor durch ganz Wedel schlängelt und im östlichen Teil der Stadt zum Mühlenteich aufgestaut ist. Bereits im 14. Jahrhundert war hier eine Mühle in Betrieb, die in den 1950er Jahren stillgelegt wurde und heute ein Restaurant beherbergt. Im Nordosten Wedels schließt sich der Forst Klövensteen, inklusive Wildgehege, ans Stadtgebiet an.

      Luftbild von Wedel mit Wedeler Au und Mühlenteich
      Von oben zeigt sich der Verlauf der Wedeler Au mit dem aufgestauten Mühlenteich besonders schön
      (Bild: Merlin Senger [CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)])

      Auch Sportler, die nicht aufs Wasser wollen, kommen in Wedel auf ihre Kosten. Der größte städtische Sportverein ist der Mehrspartenverein Wedeler TSV mit 20 Abteilungen. Zudem ist die Stadt für ihre Basketballer vom SC Rist bekannt, einem der größten Basketballvereine Deutschlands. Seine Mannschaften haben es bereits mehrfach bis in die 2. Bundesliga geschafft.

      Kulturell hat Wedel ebenfalls einiges zu bieten: Neben einem Amateurtheater gibt es hier das Theaterschiff Batavia mit 70 Plätzen, Gäststätte, Biergarten, Kindertheaterschule und wechselndem Veranstaltungsprogramm. Das umgebaute Hausboot liegt am Brooksdamm in der Wedeler Au. Außerdem ist die Stadt der Geburtsort des Bildhauers, Malers und Schriftstellers Ernst Barlach, für den in seinem Geburtshaus in der Stadtmitte ein eigenes Museum eingerichtet wurde. Ganz in der Nähe bei der Immanuelkirche steht auch der bereits erwähnte Ritter Roland auf dem Marktplatz. Die 4,5 Meter hohe Sandsteinstatue wurde 1950 restauriert und etwas von ihrem ursprünglichen Standort (Austraße/Schulaustraße) versetzt, da sie dem zunehmenden Verkehr in der Innenstadt im Wege stand.

      Theaterschiff Batavia in Wedel
      Theaterschiff Batavia in der Wedeler Au
      (Bild: Wahrerwattwurm [CC BY-SA 2.0 DE (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)])

      An einem Wochenende im Frühling findet auf dem Wedeler Festplatz an der Schulaustraße der jährliche Ochsenmarkt statt, bei dem nach alter Tradition per Handschlag Rinder und heute auch Pferde verkauft werden. Außerdem gibt es ein Rahmenprogramm, darunter seit 2018 auch ein Mittelalterfest.

        Verabschiedung der Queen Elizabeth an der Schiffsbegrüßungsanlange Willkomm Höft in Wedel

        Stadt-Charakteristika

        • #grün
        • #urban
        • #exklusiv

        Aktuelle Immobilien in Wedel

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