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Finanzierung und Kauf

Wie viel Haus kann ich mir leisten?

Das Bild des Traumhauses ganz klar vor Augen, stellt sich irgendwann die Frage: Kann ich mir das wirklich leisten? Unser Budgetrechner gibt Dir Auskunft.

Wie viel Geld steht im Monat zur freien Verfügung?

Du weißt bestimmt schon, wie Dein zukünftiges Eigenheim aussehen soll, oder? Wie viele Zimmer es haben, wie groß der Garten sein soll und welche Farbe die Tapete im Kaminzimmer haben wird. Vielleicht bist Du in einem unserer Inserate ja auch auf eine Immobilie aufmerksam geworden, die Dir auf Anhieb gefallen hat und Deinen Vorstellungen sehr, sehr nahekommt. Auch wenn Du bereits etwas Eigenkapital angespart haben solltest und Dich mit den Finanzierungs- und Tilgungsmöglichkeiten auskennst, musst Du Dich fragen, wie viel Haus Du dir tatsächlich leisten kannst. Um das herauszufinden, benötigst Du Stift, Papier und einen Taschenrechner. Wenn Du fit mit dem einem Tabellenkalkulationsprogramm wie Excel bist, kannst Du auch dort beginnen, Deine monatlichen Ausgaben aufzulisten. Nimm Dir unbedingt etwas Zeit, um einen detaillierten Überblick zu gewinnen. Bei einem oberflächlichen, schnellen Kassensturz läufst Du sonst Gefahr, versteckte Posten zu übersehen.

In der Liste führst Du pro Monat alle Posten auf, angefangen mit der Miete. Den Posten kannst Du später auch wieder aus der Ausgabenliste streichen, da diese Zahlung ja bei einem Umzug in das Eigenheim frei werden würde, um den Kredit zu tilgen.
Am einfachsten rechnest Du einen Beispielmonat durch und orientierst Dich dabei an einem der letzten Monate. Um den Überblick zu behalten, teile die Ausgaben am besten in Kategorien ein:

  • Miete
  • Strom
  • Heizung
  • Wasser
  • Lebensmittel und Haushalt
  • Versicherungen
  • Netflix etc.
  • Mobilfunk
  • Internet/Telefon
  • Spritkosten
  • Kfz-Steuer
  • Kfz-Versicherung
  • Usw.
  •  

Viele Versicherungen und beispielsweise auch die Kfz-Steuer werden in der Regel jährlich berechnet. Teile den Betrag durch 12, um die jeweilige Belastung im Monat zu berechnen. So verfährst Du am besten auch bei größeren Ausgaben, wie beispielsweise Deinem Sommerurlaub.

Wenn du das erste Mal Deine Kosten im Monat aufschlüsselst, kann es schon einen kleinen Schock verursachen. Ziehe den Betrag jetzt noch von deinem monatlichen Netto-Einkommen ab, um herauszufinden, wie viel Geld Du im Monat zur freien Verfügung hast. Wenn das Ergebnis im Minus endet, lebst Du übrigens wahrscheinlich über Deine Verhältnisse. Wenn der Betrag zwar positiv, aber nicht so hoch ist, wie Du erhofft hast, lässt sich natürlich noch immer etwas einsparen. Die größten Sparpotenziale bieten übrigens der Urlaub und das Auto. Wenn Du den Rotstift ansetzt, denke aber auch bitte daran, dass ein warmes Essen ebenso zum Leben dazugehört wie ein Besuch im Kino oder eben auch ein Urlaub. Die Frage ist nur, ob es jedes Jahr eine Fernreise sein muss, oder jeder Abend beim Italiener ums Eck ausklingen muss. Behalte auch im Hinterkopf, dass Du Dich mit einer Baufinanzierung auf einige Jahrzehnte bindest. Sich 20 Jahre lang nur von Nudeln mit Ketchup zu ernähren, um im eigenen Haus zu leben, sollte nicht das Ziel sein.

Vorsicht: Plane nicht mit zukünftigen Gehaltserhöhungen, einem Erbe oder gar einem Lottogewinn. Gehe immer von dem aus, was Du aktuell zur Verfügung hast. Wenn Du mit einer Gehaltserhöhung fest rechnest, setze die Planung fort, wenn das Gehalt dann auch tatsächlich auf Deinem Konto landet.

So viel Haus kannst Du Dir leisten

Es gibt eine recht einfache Faustformel, um zu überschlagen, wie hoch Dein Darlehen maximal ausfallen kann. Zuerst addierst Du Deine aktuelle Miete mit Deinem frei verfügbaren Einkommen. Das wäre der Betrag, den DU pro Monat einsparen würdest, wenn Du im Eigenheim leben würdest. Die Faustformel lautet:

((Mtl. Sparbetrag x 12) / (Zinsen + Tilgung)) x 100 = maximaler Darlehensbetrag

Wir rechnen das an einem Beispiel kurz durch. Angenommen Du könntest im Monat 500 Euro beiseitelegen und würdest auch 500 Euro Miete sparen. Im Monat wären das 1.000 Euro, im Jahr 12.000 Euro. Bei einem Annuitätendarlehen hättest Du als Beispiel eine Zinsbindung von 2,5 Prozent und eine Tilgung von 1,5 Prozent. Nach der Faustformel:

(12.000 / 4) x 100 = 300.000

Dir würde also wahrscheinlich maximal ein Kredit in Höhe von 300.000 Euro bewilligt werden. In einem Termin mit der Bank Deines Vertrauens kann Dir dein Berater den genauen Betrag mitteilen.

 

Tipp: Es kann sein, dass Du zu Beginn noch Miete zahlen und gleichzeitig die ersten Raten für das Darlehen abstottern musst. Probiere daher den Umzug genau zu planen, behalte aber noch eine Reserve, falls es zu Terminproblemen beziehungsweise Verzögerungen kommt.

Die Nebenkostenfalle

An Deiner Immobilie möchten auch Dritte mitverdienen. Zum Beispiel der Notar und auch das Finanzamt. In Deutschland muss der Kaufvertrag für eine Immobilie über einen Notar abgewickelt werden, ansonsten ist der Vertrag nicht rechtskräftig. Auch der Eintrag in das Grundbuch läuft über den Notar. Im Schnitt solltest Du 1,5 Prozent des Kaufpreises einkalkulieren. Zusätzlich hält auch das Finanzamt die Hand auf und verlangt je nach Bundesland einen prozentualen Anteil des Kaufpreises – die Grunderwerbsteuer. In Hamburg beträgt die Grunderwerbsteuer 4,5 Prozent. Möchtest Du dein Eigenheim ohne Eigenkapital finanzieren, musst Du diese zusätzlichen Kosten unbedingt einkalkulieren. Bei einem Kredit von 300.000 Euro sind es über den Daumen gepeilt 15.000 Euro, die für Notar und Finanzamt fällig werden. Deine Wunschimmobilie darf daher nicht mehr als 285.000 Euro kosten. Auch die Makler erhalten für ihre erbrachten Leistungen einen Anteil – sofern es nicht anders vereinbart ist.

In unserem Finanzrechner kannst Du die Nebenkosten übrigens ganz einfach berechnen:

Nebenkosten berechnen

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