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Hamburg und Umland

Wohnen in Hamburg-Finkenwerder

Finkenwerder ist eine ehemalige Insel in der Elbe und heute bekannt für das Werk von Airbus, in dem die Endmontage der Flugzeuge des Konzerns stattfindet. Doch der historische Kern Finkenwerders geht auf eine Fischer- und Bauernsiedlung zurück. Jahrhundertelang verlief eine Grenze über die Insel und teilte sie in Finkenwärder im Norden und Finkenwerder im Süden.

Einst belieferten die Finkenwerder Fischkutter halb Nordeuropa mit Schollen und Seezungen. Der historische Kern des ehemaligen Fischerdorfes ist noch in einigen Teilen erhalten geblieben und dank heutiger noch immer genutzter Obstplantagen liegt Finkenwerder umgeben von Grün auf einer ehemaligen Elbinsel. Der Westen Finkenwerders wird durch den Flugzeughersteller Airbus dominiert, der im Werk mit eigener Start- und Landebahn auf Finkenwerder seine Passagierjets zusammenbauen lässt.

Geografie und Geschichte von Finkenwerder

"1887 schreiben wir, und die Hochseefischerei unter Segeln steht in Sommerblüte. Finkenwärder hat seinen Gipfel erreicht und ist Baas auf See. 300 Ewer und Kutter nennte die Elbe ihr Eigen, von denen 187 zu Finkenwärder beheimatet sind und ein HF auf den braunen Segeln tragen. (…) sie liefern Hamburg und Bremen Oldenburg und Glückstadt, Geestemünde und Tönning ihre Schollen und Zungen (…), sie sind die Könige der Nordsee (…)“

1913 setzt der Schriftsteller Gorch Fock (bürgerlich: Johann Kinau) seinem Geburtsort ein literarisches Denkmal. Im Roman „Seefahrt ist Not!“ beschreibt er das entbehrungsreiche Leben der Fischer auf der Elbinsel anhand des jungen Klaus Mewes, genannt Störtebeker, der wie sein Vater von Finkenwärder aus zur See fahren möchte.

Damals war der heutige Stadtteil Finkenwerder noch in das nördliche seit 1445 zu Hamburg gehörende Finkenwärder und das südliche zu Lüneburg (später Preußen) gehörende Finkenwerder getrennt. Erst 1937 entfiel die Teilung der Insel und die Schreibweise mit Umlaut verschwand zugunsten des heutigen Finkenwerder.

So wie die Menschen auf Finkenwerder über die Jahrhunderte vom Meer lebten, wurde auch ihre Insel vom Meer erschaffen. Drei Sturmfluten suchten im Mittelalter das Gebiet am Elbufer heim und ließen neu gebildete Inseln zurück. Schon 1236 wird die Insel als „Vinkenwerder“ urkundlich erwähnt. Der Name stammt wahrscheinlich von Finken, die auf der Insel gelebt haben sollen. Da Sturmfluten immer wieder am nördlichen Finkenwärder nagten, verpflichte Hamburg die Bewohner der Elbinsel im frühen 19. Jahrhundert, selber für die Pflege der Deiche zu sorgen. Die Reform zeigte Wirkung und die Bevölkerung im nun befestigten, hochwassergeschützten Finkenwerder nahm zu. In Finkenwerder entstanden Werften für die große Fischereiflotte, aber auch Bauern begannen auf dem fruchtbaren Boden in erster Linie Obst anzubauen.

Erst nach der große Sturmflut 1962 verlor Finkenwerder übrigens seinen Inselstatus, als die Süderelbe abgedeicht wurde und die Elbinsel fortan über eine feste Landverbindung verfügte.

Während die Fischerei im 20. Jahrhundert mehr und mehr zum Erliegen kam, konnte der Obstanbau auf der Insel überdauern. So ist die Insel nicht nur bekannt für seine Finkenwerder Scholle mit Speck und Zwiebeln, sondern auch für die Apfelsorte Finkenwerder Herbstprinz.

Noch bekannter ist der Name Finkenwerder heute allerdings im Flugzeugbau. Die Airbus Group nimmt heute einen Großteil der 19,3 Quadratkilometer der Elbinsel ein. In den Werkshallen werden die meisten Airbus-Flugzeuge montiert, lackiert und von hier aus ausgeliefert. Landebahn und Werksgelände sind so groß, dass auch der A380 auf Finkenwerder lackiert worden ist. Die Geschichte des Flugzeugbaus geht bis in das 1933 zurück, als die Hamburger Flugzeugbau GmbH die Produktion von Wasserflugzeugen begann. Als Tochter von Blohm&Voss gehen die Wurzeln aber – mal wieder – auf den Schiffsbau zurück.

Leben und Arbeiten in Finkenwerder

Finkenwerder gehört wie so viele Stadtteile Hamburgs an der Elbe zu den Orten der Gegensätze, denn während ein Teil der Halbinsel von Airbus dominiert wird, hat sich der historische Kern von Finkenwerder seinen ländlichen und dörflichen Charme bewahrt. Idyllische Backsteinhäuser bilden den Ortskern und die knapp 11.808 Einwohner verteilen sich großzügig auf eine Fläche von 19,3 Quadratkilometer. Mit einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 75,5 Quadratmeter wohnt es sich in Finkenwerder auch recht großzügig, auch wenn „nur“ dem Hamburger Durchschnitt entspricht. Weit unter dem Hamburger Schnitt liegen hingegen die Quadratmeterpreise für Eigentum. Das Grundstück kostet im Schnitt 337 Euro pro Quadratmeter und Wohnfläche 2.642 Euro. In Hamburg sind die Preise durchschnittlich etwa doppelt so hoch. Finkenwerder gehört auch zu Hamburgs traditionellsten Stadtteilen. Ähnlich wie beispielsweise in Blankenese leben auf Finkenwerder einige Familien bereits seit Generation.

Am ländlichsten präsentiert sich Finkenwerder entlang der alten Grenze zwischen dem hamburgischen Finkenwärder und dem lüneburgischen Finkenwerder. Hier verläuft der Finkenwerder Landscheideweg gesäumt von Obstbaumplantagen, in denen vor Allem der berühmte Finkenwerder Herbstprinz angebaut wird. Der schnellste Weg von der Hamburger Innenstadt in das ruhige Finkenwerder führt übrigens – wie kann es auch anders sein – über das Wasser. Die Fährlinien 62 und 64 verbinden die ehemalige Insel direkt mit den Landungsbrücken.

Die knapp 13.000 Angestellten bei Airbus nehmen aber in der Regel die vor einigen Jahren gebaute Umgehungsstraße, die den Durchgangsverkehr durch den Ort erfolgreich verschwinden ließ. Der Flugzeughersteller ist mit Abstand auch der größte Arbeitgeber Finkenwerders. Ansonsten gibt noch einige der alten Werften, die heute hauptsächlich Reparaturen ausführen.

Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in Finkenwerder

In Finkenwerder ist der Erholungsfaktor groß. Viele Grünflächen und große Parks liegen auf dem Gebiet, ebenso wie die Obstplantagen, die nahezu nahtlos ins „Alte Land“ übergehen – der größten zusammenhängen Obstanbaufläche Europas.

In Finkenwerder befinden sich zudem noch kleine Museen, die sich mit der Geschichte der Stadt auseinandersetzen. Das Finkenwerder Trachten- und Heimatmuseum, das sich unter anderem dem berühmten Finkenwerder Fischerhemd widmet, das noch heute von den Fischern – und natürlich Shantychören – getragen wird. Das Geburtshaus des bereits genannten Gorch Fock kann ebenfalls besichtigt werden. Lohnenswert ist auch der Museumshafen, in dem der älteste noch segelnde Fischkutter, die Landrath Küster (HF 231) der Halbinsel liegt.

Wesentlich moderner gestaltet sich die Werksführung bei Airbus, in der die Fertigung der Airbus-Modelle en Detail begutachtet werden kann. Die Plätze sind heiß begehrt und sollten lange im Voraus gebucht werden!

Aus einem dunklen Kapitel Hamburgs stammen die Ruinen des U-Boot-Bunkers am Rüschkanal, in dem im zweiten Weltkrieg U-Boote gebaut und repariert wurden. Nach dem Krieg wurde der Bunker gesprengt und abgetragen. Die verbliebenen Reste, die im Zuge der Arbeiten an der Start- und Landebahn von Airbus wieder zum Vorschein kamen, sind heute ein Mahnmal: das Denkmal Bunkerruine.

Stadtteil-Charakteristika

#grün

#ruhig

#traditionell

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