Direkt zum Inhalt
Hamburg und Umland

Wohnen in Hamburg-Harburg

In Hamburg-Harburg wohnt es sich gut und günstig. Der Stadtteil bietet viel Abwechslung und putzt sich heraus

Geografie und Geschichte von Harburg

Der Stadtteil Harburg liegt am Südufer der Süderelbe und war bis 1938 eine eigenständige Stadt, die als Teil Hannovers zu Preußen gehörte. Mit der Eingliederung als Stadtteil in die Hansestadt Hamburg durch das Groß-Hamburg-Gesetz im Jahr 1938 endete eine jahrhundertelange Konkurrenz zwischen den beiden Städten, die bis in das Mittelalter zurückreicht und eng mit der Geschichte und dem Aufstieg Hamburgs verknüpft ist.

Im Mai 1189 verbriefte Kaiser Friedrich Barbarossa den Hamburgern weitreichende Freiheiten auf der Elbe. Die heute als Fälschung enttarnte Urkunde aus dem 13. Jahrhundert sicherte den Hamburgern unter anderem die Zollfreiheit auf der Elbe „von der See bis zur genannten Stadt“ zu – die Hamburger waren von nun an unantastbar. 1359 bekam Hamburg zudem das Stapelrecht verbrieft, das alle Schiffe auf der Elbe zwang, ihre Waren für einen bestimmten Zeitraum in der Stadt anzubieten. Eine geografische Besonderheit erschwerte allerdings die Durchsetzung, denn die Süderelbe war seinerzeit wesentlich größer du tiefer als die Norderelbe, an der Hamburg noch heute liegt. Der Hauptstrom der Elbe führte also nicht an Hamburg vorbei, sondern floss an der seit 1297 ernannten Stadt Harburg entlang. Die Hamburger legten den (gefälschten) Freibrief von 1189 allerdings sehr frei aus, brachten die Schiffe an der Einfahrt zur Süderelbe auf und schleppten sie nach Hamburg, um das Stapelrecht durchzusetzen. Im 16. Jahrhundert reichte es den Handelsstädten an der Elbe schließlich. Harburg, Stade, Buxtehude und auch Lüneburg legten beim Reichsgericht Klage ein und forderten freie Schifffahrt auf der Süderelbe. Als „Beweise“ legten beiden Seiten Karten vor, die den jeweiligen Anspruch untermauern sollten. Die Hamburger Karte von 1568, erstellt von Melchior Lorack, stellte die Norderelbe als breiten Strom dar, während sich die Süderelbe nur als kleines Rinnsal an den Elbinseln vorbeischlängelt. Zwar bestätigt das Gericht im Jahr 1618 die Süderelbe als Hauptstrom der Elbe, doch Hamburg hat längst vollendete Tatsachen geschaffen.

Stattdessen konzentrierte man sich in Harburg wieder auf die Keimzelle der Stadt. Die Horeburg, von der Harburg seinen Namen ableitet, wurde um das Jahr 1.000 herum als Grenzfestung erbaut. Die Stadt entstand rund um die Burg, die im 17. Jahrhundert im Zuge des Dreißigjährigen Krieges zu einer Zitadelle ausgebaut wurde. Für den Umbau mussten große Teile der damaligen Stadt weichen und das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Stadt siedelte sich fortan im Süden an. Bis in das 18. Jahrhundert hinein, blieb Harburg eine Grenzfestung, bis die Garnison im Laufe der Jahrzehnte mehr und mehr abgezogen wurde. Erst nach der Franzosenzeit setzte sich die Stadtentwicklung Harburgs fort. Nun ein Teil des neu geschaffenen Königreichs Hannover wandelte sich Harburg wieder zu einem Seehafen. Mit der Vollendung der Bahnverbindung von Harburg nach Hannover besaß das Königreich eine Seeverbindung. Die alten Festungsgräben wurden zu einem Seehafen ausgebaut – was zur Folge hatte, dass die ehemalige Keimzelle der Stadt, das Harburger Schloss, nun mitten in einem Industriehafen stand und der Verwahrlosung anheimgestellt wurde.

In Folge siedelte sich immer mehr Industrie in Harburg an und verhalfen der Stadt vor den Toren Hamburgs zu einer wirtschaftlichen Blüte. Das kulturelle Zentrum blieb indes im Süden und wurde unter Preußischer Herrschaft ab 1866 weiter ausgebaut. 1927 wurden für kurze Zeit Harburg und Wilhelmsburg zur Großstadt Harburg-Wilhelmsburg vereint, bevor sich Hamburg im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes auch Harburg einverleibte.

Fun-Fact: Der Streit zwischen Hamburg und Stade über das Stapelrecht im Mittelalter wurde offiziell erst 2009 mit einem Friedensvertrag beigelegt.

Leben und Arbeiten in Harburg

Mit einer Fläche von vier Quadratkilometern und knapp 25.912 Einwohnern im Jahr 2018 gehört Harburg zu den dichter besiedelten Stadtteilen Hamburgs. Erst zum Ende des Krieges wurde die Innenstadt Harburgs ab 1944 stark beschädigt. Der Wiederaufbau nach dem Krieg prägt das Stadtbild zwar noch heute, aber einige Straßenzüge haben die Bomben überstanden. Durch die Autobahn A1, die S-Bahn-Linien S3 und S21 und den Fernverkehr der Deutschen Bahn ist Harburg für Pendler gut an Hamburg angebunden. In Harburg führen zudem mehrere Brücken über die Elbe, darunter auch die alte Harburger Elbbrücke aus dem Jahr 1897, die heute nur für Fußgänger und Radfahrer freigegeben ist und mit Abstand zu den schönsten Möglichkeiten gehört, die Elbe zu überqueren.

Bereits seit den 1980er-Jahren vollzieht sich im alten Binnenhafen Harburgs ein Strukturwandel, Dienstleistungsgewerbe siedelte sich in neuen Bürogebäuden an und moderne Wohngebäude entstanden am Elbufer. Seit 2016 steht Harburg außerdem auf der Liste für soziale Stadtteilentwicklung. Im Jahr 2018 lag die durchschnittliche Wohnungsgröße in Harburg mit 60,3 Quadratmetern noch unter dem Hamburger Schnitt von 76,1 Quadratmetern. Der Quadratmeterpreis für Wohneigentum lag mit 3.566 Euro pro Quadratmeter knapp 900 Euro unter dem Hamburger Schnitt.

Seit 1978 liegt die Technische Universität Hamburg (bis 2018: TU Hamburg-Harburg) mitten in Harburg, sodass der Stadtteil auch für Studenten zunehmend attraktiv wurde. Da der Mietpreis pro Quadratmeter die Zehn-Euro-Marke auch kaum überschreitet, bleibt Hamburg in dieser Hinsicht auch noch ein günstiges und bezahlbares Pflaster mit dem Image einer Studentenstadt.

Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in Harburg

Obwohl bei Harburg viele gleich an Bausünden aus den Nachkriegsjahren denken, bietet die ehemalige eigenständige Stadt viel Abwechslung. In der Lämmertwiete in der Altstadt trifft man beispielsweise noch auf das historische Harburg. In der 100 Meter langen Straße mit Kopfsteinpflaster stehen – teilweise krumm und schief – die letzten Fachwerkhäuser Harburgs. Heute ist die „Winkelgasse Harburgs“ ein Szenetreff und das nicht nur unter Studenten. In den alten Häusern haben sich vornehmlich Gastronomiebetriebe angesiedelt, in denen bis spät in die Nacht (oder gar den nächsten Morgen) gegessen, getrunken und gelacht werden kann.

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein Beitrag geteilt von ••• Andreas ••• (@fotosvonunterwegs) am

 

Weiter im Süden erstreckt sich das grüne Idyll Harburgs. Im Harburger Stadtpark (streng genommen in Wilstorf gelegen) können sich die Harburger rund um den Außenmühlenteich entspannen. Der erste Teil des Volksparks entstand nach dem ersten Weltkrieg und wurde nach dem zweiten Weltkrieg durch Geländeankäufe schließlich auf 90 Hektar – doppelt so groß wie Deutschlands kleinste Stadt Arnis.

Das bereits 1898 „Museum zu Harburg“ beherbergt seit 1972 die archäologische Sammlung Hamburgs. Im heutigen Archäologischen Museum Hamburg (bis 2009: Helms-Museum) lässt sich die Stadtgeschichte Hamburgs und ganz Norddeutschlands anhand von Funden nachvollziehen. Außerdem beschäftigt sich ein Teil der Ausstellung mit der wechselhaften Stadtgeschichte Harburgs. In den Kellergewölben des Harburger Schlosses soll demnächst eine Außenstelle zur Geschichte der Keimzelle der Stadt eröffnen. Bekannt ist das Museum auch für seine Angebote der Museumspädagogik mit Angeboten für Kinder oder ganze Schulklassen. Unter anderem lässt sich einem als Höhle umgebauten Raum erlernen, wie früher Feuer entzündet wurde.

Hidden-Place: Im S-Bahnhof "Harburg-Rathaus" befindet sich der größte Zivilschutzbunker Hamburgs. 5.000 Personen sollen im Ernstfall mindestens 14 Tage überleben können.

Stadtteil-Charakteristika

#urban

#studentisch

#belebt

Aktuelle Immobilien in Harburg

Außenansicht
Etagenwohnung in Asbeckstraße 14, Harburg
561 €
Warmmiete
48,9 m²
Wohnfläche
2
Zimmer
Willkommen
Mehrfamilienhaus in Neuland
775.000 €
Kaufpreis
246 m²
Wohnfläche
9
Zimmer