Hand am Heizungsregler

Wohnen | Ratgeber

Heizungsregler: Was bedeuten Zahlen und Schneeflocke?


Auf welcher Zahl muss das Heizungsthermostat eigentlich stehen, damit es in der Wohnung schön warm wird? Und warum bleibt die Heizung manchmal einfach kalt, obwohl sie auf 3 eingestellt ist? Wir klären, was die Zahlen und Symbole auf dem Heizungsregler bedeuten.

  1. Welche Heizungsregler gibt es?
  2. Wie funktioniert ein Heizungsregler?
  3. Was bedeuten die Zahlen auf der Heizung?
  4. Was bedeutet die Schneeflocke auf der Heizung?
  5. Was bedeuten die Heizungssymbole Sonne und Mond?
  6. Ab wann muss ich die Heizung einschalten?
  7. Was ist die richtige Temperatur für jeden Raum?
  8. Wie kann ich die Heizung entlüften?

Wenn die Temperaturen draußen sinken und die Tage immer kürzer werden, bricht jedes Jahr aufs Neue in so manchem deutschen Haushalt eine hitzige Diskussion aus. Im Mittelpunkt: der Heizungsregler und die Bedeutung der einzelnen Zahlen und Symbole.

Ganz einfach: 5 ist heiß und 1 ist kalt – oder etwa nicht? Ganz so simpel ist es tatsächlich nicht. Doch für was stehen die Nummern 1 bis 5 auf dem Heizungsregler? Und was bedeuten eigentlich Halbmond, Sonne und Schneeflocke auf dem Thermostat? Die Antworten gibt's hier.

Und wenn ihr vorab smarte Tipps zum Energiesparen haben wollt, lest hier weiter: Heizkosten sparen: 23 Tipps, wie ihr eure Heizkosten senken könnt

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Welche Heizungsregler gibt es?

Es gibt verschiedene Arten Heizungsregler. Am bekanntesten ist der manuelle Heizungsregler zum Drehen. Moderne Heizkörper verfügen heute größtenteils über digitale Heizungsregler, die sich programmieren lassen. Sie sind direkt an der Heizung montiert oder als Thermostat an der Wand. Manche lassen sich sogar per Smartphone steuern.

In diesem Artikel beziehen wir uns in erster Linie auf den manuellen Regler. Habt ihr eine smarte Lösung für die universale Heizungssteuerung zuhause, lest am besten in der Herstellerbeschreibung nach, wie der Regler funktioniert und was die Symbole bedeuten.

Wie funktioniert ein Heizungsregler?

Im Inneren des Heizungsreglers oder Heizkörperthermostats ist ein Fühler verbaut, der die Raumtemperatur mit der eingestellten Wunschtemperatur (Zahlen von 1 bis 5) vergleicht. Je nachdem, was ihr eingestellt habt und welche Raumtemperatur der Heizkörper misst, bestimmt der Regler, wie viel oder wenig Heizwasser in den Heizkörper fließen soll, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Und so funktioniert es:

  • Ist die Raum- oder Außentemperatur höher als auf dem Heizungsregler eingestellt, wird ein kleiner Stift am Ventilunterteil hereingedrückt und teilweise oder ganz verschlossen. So kann weniger Heizwasser in den Heizkörper fließen.
  • Ist die Raum- oder Außentemperatur niedriger als auf dem Thermostatkopf eingestellt, öffnet sich das Ventil und mehr Heizwasser durchströmt den Heizkörper. Ist die eingestellte Temperatur erreicht, schließt sich das Ventil wieder leicht.

Ein Beispiel: Habt ihr den Heizungsregler im Sommer auf 3 gestellt (etwa 20 Grad Celsius) und beträgt die Außentemperatur 25 Grad Celsius, bleibt die Heizung dementsprechend kalt. Denn die gewünschte Raumtemperatur ist bereits überschritten. Sind im Winter hingegen nur 10 Grad, wird die Heizung bei gleicher Einstellung so lange erwärmt, bis eine Raumtemperatur von 20 Grad erreicht ist.

Wichtig: Der Heizungsregler muss frei zugänglich bleiben, nicht nur wegen der Erreichbarkeit. Wenn es zum Beispiel durch einen Vorhang verdeckt wird, kann das die Messung der Raumtemperatur verfälschen.

Für welche Temperaturen die Zahlen auf dem Heizungsregler stehen und was die Symbole bedeuten, lest ihr in den nächsten Abschnitten.

Was bedeuten die Zahlen auf der Heizung?

Welche genaue Bedeutung den Stufen auf dem Heizungsregler zugeteilt wird, ist nicht allgemeingültig festgelegt. In der Regel aber entspricht Stufe 3 einer Raumtemperatur von 20 Grad Celsius. Diese Angabe kann zwar von Hersteller zu Hersteller leicht variieren, im Zweifelsfall könnt ihr einfach selbst mit einem Raumthermometer (Anzeige*) nachmessen.

Grundsätzlich stehen die Zahlen von 1 bis 5 auf dem Heizungsregler für folgende Gradzahlen:

  • Stufe 1: 12 Grad Celsius
  • Stufe 2: 16 Grad Celsius
  • Stufe 3: 20 Grad Celsius
  • Stufe 4: 24 Grad Celsius
  • Stufe 5: 28 Grad Celsius

Die Zahlen stehen im Abstand von vier Grad zueinander. Wenn es dazwischen Strichmarkierungen gibt, stehen diese jeweils für ein Grad.

Lest auch: Stimmt es, dass es eine Mindesttemperatur für die Wohnung gibt?

Was bedeutet die Schneeflocke auf der Heizung?

Die Schneeflocke auf dem Thermostat ist das Symbol für die Frostschutzeinstellung (6 Grad Celsius). Sie schaltet sich bei extrem niedrigen Temperaturen unter 3 bis 5 Grad Celsius automatisch ein, damit die Heizung nicht einfriert beziehungsweise das Heizungswasser nicht unter den Gefrierpunkt rutscht. Das schützt zum Beispiel vor ernstzunehmenden Schäden wie einem Rohrbruch.

Hand am Heizungsregler mit Schneeflocke-Symbol
Über das Schneeflocke-Symbol stellt ihr sicher, dass die Heizung nicht einfriert.

Was bedeuten die Heizungssymbole Sonne und Mond?

Direkt neben der 3 findet ihr meist ein kleines Sonnensymbol auf dem Heizungsregler. Dieses verrät euch: Das ist die ideale Temperatur für Räume, in denen ihr euch tagsüber aufhaltet.

Der Halbmond markiert die beste Temperatur für die nächtliche Ruhe und steht für die Nachtabsenkung.

Ab wann muss ich die Heizung einschalten?

Grundsätzlich gilt: Sobald die Innentemperatur unter 16 Grad oder zwei Tage in Folge unter
18 Grad fällt, muss die Heizung in Funktion sein. Ab wie viel Grad Außentemperatur ihr die Heizung einschalten müsst, hängt vor allem vom energetischen Zustand des Hauses ab. Folgende Tabelle gibt eine grobe Orientierung:

Gebäudetyp und Baujahr Ab wie viel Grad Außentemperatur heizen
Altbau (vor 1977) 15 bis 17 Grad Celsius
Bestandsbau (1977 bis 1995) 14 bis 16 Grad Celsius
Neubau (nach 1995) 12 bis 15 Grad Celsius
Niedrigenergiehaus 11 bis 14 Grad Celsius
Passivhaus 9 bis 11 Grad Celsius
Wann muss ich die Heizung einschalten?

Was ist die richtige Temperatur für jeden Raum?

Nicht jeden Raum in der Wohnung müsst oder solltet ihr gleich stark beheizen, denn jedes Grad mehr wirkt sich negativ auf eure Heizkostenrechnung aus. Das Umweltbundesamt empfiehlt für die wichtigsten Wohnräume (sofern die Temperatur als behaglich empfunden wird):

  • Wohnbereich: maximal 20 Grad Celsius
  • Küche: 18 Grad
  • Schlafzimmer: 17 Grad

Lest passend dazu: Optimale Temperatur im Schlafzimmer – was ihr wissen solltet

Seid ihr tagsüber mal nicht zu Hause, lohnt es sich, die Temperatur um einige Grad auf etwa
18 Grad Celsius (zwischen Stufe 2 und 3) abzusenken, um Heizkosten zu sparen. Seid ihr mal einige Tage nicht da, könnt ihr die Heizung sogar auf 15 Grad (zwischen Stufe 1 und 2) herunterdrehen.

Zu hoch solltet ihr die Heizkörper aber auch nicht schalten. Zum einen belasten dauerhaft hohe Temperaturen den menschlichen Organismus und trocknen die Luft aus. Zum anderen wird dadurch unnötig viel Energie verschwendet. Wer die Temperatur um ein Grad senkt, kann rund sechs Prozent der Heizkosten einsparen.

Ihr wollt vorausschauend heizen und euch einen Überblick über eure Kosten verschaffen? Dann bekommt ihr hier alle Infos: Heizkosten berechnen: So errechnet ihr eure Kosten fürs Heizen

Wie kann ich die Heizung entlüften?

Erreicht der Raum trotz richtiger Einstellung des Heizungsreglers nicht die gewünschte Temperatur, könnte es an der Zeit sein, den Heizkörper zu entlüften. Spätestens zu Beginn einer jeden Heizperiode solltet ihr euch darum kümmern. Wie es funktioniert und was ihr dabei beachten müsst, erklären wir euch in diesem Ratgeber: Heizung entlüften: So geht's Schritt für Schritt

Zusatz-Tipp: Wenn ihr dauerhaft Probleme mit sehr trockener Heizungsluft habt, solltet ihr einmal checken, ob ihr eure Heizungen richtig eingestellt habt. Wenn das allein nicht hilft, könnt ihr auch mit einem Luftbefeuchter (Anzeige*) nachhelfen. Was ihr außerdem vor jeder Heizungsperiode unbedingt erledigen solltet: den Heizkörper reinigen.

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