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Makler bestätigen steigende Nachfrage nach ländlichen Immobilien


Bei vielen Menschen steigt während der Corona-Pandemie der Wunsch nach einer ländlichen Immobilie, wie mehrere Umfragen bestätigen. Dafür ist nicht nur die Tatsache verantwortlich, dass viele Dinge, die Städte attraktiv machen, derzeit wegfallen. Vor allem günstigere Preise und mehr Möglichkeiten, zu Hause zu arbeiten, treiben die Menschen ins Grüne.

  1. Ländliche Immobilien besonders bei unter 50-Jährigen gefragt
  2. Mehr Home-Office steigert Wunsch nach Leben im Grünen
  3. 41 Prozent der Stadtbewohner kann sich Umzug in ländliche Immobilie vorstellen

Theater, Konzerte, Bars und Restaurants – die meisten Vorteile, die das Wohnen in der Stadt bietet, fallen während der Corona-Pandemie weg. Und so wünschen sich immer mehr Städter offenbar eine ländliche Immobilie. Das spüren auch viele Makler. Rund 48 Prozent berichten laut einer Umfrage des Portals McMakler von einer "spürbar gestiegenen Nachfrage nach Objekten außerhalb der Städte", die sie auf die aktuelle Lage zurückführen. 52 Prozent der befragten Makler konnten diesen Effekt nicht feststellen.

Die Befragung sei ein "deutliches Indiz für den verstärkten Wunsch der Käufer nach mehr räumlicher Freiheit", sagt Matthias Klauser von McMakler. "Objekte ohne Außenflächen wie Balkon oder Garten lassen sich seit Beginn der Pandemie nur schwer vermarkten, was eine Trendwende hin zum Leben auf dem Land zusätzlich untermauert."

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Ländliche Immobilien besonders bei unter 50-Jährigen gefragt

Vor allem jüngere Paare unter 50 Jahren (47,9 Prozent) interessieren sich laut den Maklern für ländliche Immobilien. Auch Familien mit Kindern (42,7 Prozent) wünschen sich offenbar vermehrt ein Haus im Grünen. Bei den jungen Singlehaushalten unter 50 ist die Nachfrage nach einem Leben außerhalb der Stadt hingegen mit 5,2 Prozent klein. Und die Altersgruppen über 50 leben ebenfalls lieber in Stadtnähe. Nur 4,2 Prozent der Paare über 50 interessieren sich für das Leben auf dem Land.

Der Hauptgrund für das Interesse an ländlichen Immobilien ist laut den Maklern aber nicht mehr Natur – sondern der Preis. Drei Viertel der befragten Makler gab an, dass die günstigeren Quadratmeterpreise in ländlichen Gebieten ursächlich für den Wunsch seien, dort zu leben.

Mit 39,8 Prozent folgt danach der Wunsch, dass die Kinder im Grünen aufwachsen. 38,7 Prozent der Makler gaben an, dass die Möglichkeit, in ländlichen Regionen ein größeres und schöneres Kaufobjekt zu erwerben, der Grund für den Trend ist.

In 17,2 Prozent der Fälle ist auch die steigende Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten, ein Grund, ins Grüne zu ziehen. Die verlorene Lust am Stadtalltag (8,6 Prozent) und ein möglicherweise geringeres Risiko, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren (4,3 Prozent), spielen als Beweggründe nur eine untergeordnete Rolle.

Mehr Home-Office steigert Wunsch nach Leben im Grünen

Die gesteigerte Nachfrage nach ländlichen Immobilien trifft allerdings nicht auf ein erhöhtes Angebot. 73 Prozent der befragten Makler gaben an, dass Eigentümer ihre Immobilien in Randgebieten aktuell nicht eher zum Verkauf anbieten als vor der Pandemie. Die Entwicklung könnte zu einer erheblichen Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage führen, was wiederum die Preise befeuere, sagt Klauser.

Das gestiegene Interesse an ländlichen Immobilien beobachten nicht nur viele der 247 Makler, die von McMakler im Oktober befragt wurden. Auch mehrere Kommunen bestätigen die Entwicklung. So sagte Hans-Ulrich Peschka, Bürgermeister der niedersächsischen Gemeinde Coppenbrügge, dem NDR, dass die Nachfrage nach Bauplätzen in der Gegend schon seit drei Jahren steige. Der Trend habe sich durch die Pandemie noch einmal deutlich verstärkt. Peschka führt das auch auf die gestiegene Option auf Home-Office zurück.

Diese Beobachtung macht auch Matthias Günther vom Eduard-Pestel-Institut. "Wer nur noch zweimal in der Woche ins Büro muss, der hat natürlich einen deutlich größeren Radius bei seiner Wohnstandortsuche", sagte er dem NDR. Arbeitnehmer würden längere Pendelzeiten in Kauf nehmen, wenn sie dafür günstigeren Wohnraum im Grünen bekämen.

41 Prozent der Stadtbewohner kann sich Umzug in ländliche Immobilie vorstellen

Auch eine repräsentative Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Projektentwicklers Bauwerk von Ende November zeigt, dass ländliche Immobilien an Attraktivität gewonnen haben. Demnach können sich 41 Prozent der Stadtbewohner grundsätzlich vorstellen, aufs Land zu ziehen.

21 Prozent können sich einen Umzug sogar "ganz sicher" vorstellen, 20,4 Prozent "wahrscheinlich". Nur 29,9 Prozent der Befragten können sich den Umzug wahrscheinlich oder ganz sicher nicht vorstellen.

Durch die Pandemie haben sich laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von Berlin Hyp die Ansprüche an den Wohnraum verändert. Demnach sei eine gute Internetverbindung besonders wichtig. Das gaben 43 Prozent der insgesamt 5.000 Befragten an. 19 Prozent halten zusätzlichen Raum für einen Home-Office-Platz für erforderlich. 14 Prozent wünschen sich einen größeren Garten oder Balkon. Eine funktionierende Nachbarschaft ist lediglich für vier Prozent der Befragten wichtig.

73 Prozent der Befragten gehen außerdem davon aus, dass der Zuzug ins Umland von Städten durch die Pandemie zunimmt – vorausgesetzt, der Trend zum mobilen Arbeiten hält an. 43,1 Prozent der Befragten wünschen sich, in einer ländlichen Immobilie zu leben, 23,8 Prozent bevorzugen eine Immobilie am Stadtrand. Nur 11,4 Prozent wünschen sich das Leben in der Innenstadt.

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