Direkt zum Inhalt

Notarkosten: wer, was, warum?

Hier kannst Du nachlesen, warum Du einen Notar benötigst, welche Aufgaben dieser erfüllt und mit welchen Kosten zu rechnen ist. 

Darum brauchst Du einen Notar

Sobald Du in Deutschland eine Immobilie erwirbst, brauchst Du einen Notar an Deiner Seite. Dieser trägt dafür Sorge, dass der Kaufvertrag im Beisein beider Parteien notariell beurkundet wird. Notar:innen sind zur Unparteilichkeit und Unabhängigkeit verpflichtet und erstellen, beglaubigen und beurkunden Rechtsgeschäfte.

Warum das wichtig ist? Ganz einfach: Nur mit Abschluss eines notariell beglaubigten Vertrags kann ein Eigentümerwechsel rechtskräftig werden (BGB; § 311b Abs. 1). Notar:innen müssen vorab sicherstellen, dass alle Bedingungen für den Verkauf erfüllt sind. Es wird beispielsweise überprüft, ob noch Grundschulden bestehen oder sonstige Eintragungen im Grundbuch vorhanden sind. Sobald dem Verkauf nichts mehr im Wege steht, veranlassen Notar:innen dann eine sogenannte "Auflassungsvormerkung" für den Käufer im Grundbuch. Die Auflassungsvormerkung ist wie eine Art Reservierung zu verstehen und dient der Absicherung des Käufers. Sobald der Kaufpreis entrichtet wurde, veranlassen Notar:innen die Eintragung des Eigentumsübergangs in das Grundbuch. Notar:innen verstehen sich also als eine Art Schiedsgericht, die den gesamten Eigentümerwechsel unabhängig überwachen und kontrollieren. 

 

 

Aufgaben des Notars

1. Die wichtigste Aufgabe des Notars ist, die Verkäuferseite davor zu schützen, sein Eigentum ohne Gegenwert, also eine angemessene Bezahlung, zu verlieren. Gleichzeitig bewahren Notar:innen die Käuferseite davor, Geld ohne entsprechenden Gegenwert zu verlieren. 

2. Notar:innen haben eine beratende Funktion, sind dabei jedoch unparteiisch und unabhängig. 

3. Die Erstellung des Kaufvertrags sowie die Koordination und Überwachung der benötigten Grundbucheinträge / Eintragung der neuen Grundschuld zählen ebenfalls in das Aufgabengebiet des Notars. 

4. Notar:innen haften für die korrekte Abwicklung des gesamten Verkaufsprozesses

 

 

Notarkosten

Die Notarkosten berechnen sich aus einer Addierung dreier Faktoren: Tätigkeit, Auslagen und Umsatzsteuer. Die Tätigkeit erschließt ich aus den o.a. Aufgaben des Notars, die Auslagen beziehen sich hauptsächlich auf die Kosten des Grundbuchamts, für die der Notar in Vorleistung geht. 

In der Regel müssen Käufer:innen mit Notarkosten von etwa 0,8 - 1,5 % des Kaufpreises rechnen. Dieser Betrag ist gesetzlich geregelt und bezieht sich auf die Kosten für Notar und Grundbuchamt, wobei hiervon lediglich ca. 15-25%  auf das Grundbuchamt entfallen. Das gesetzlich festgelegte Gebührensystem soll gewährleisten, dass sich jede Bürger:in einen Notar auch wirklich leisten kann. Die Höhe ist aber auch deshalb allgemein festgelegt, damit sie nicht individuell verhandelbar ist. Würde ein Notar beispielsweise auf einen Teil dieser Kosten verzichten, weil man ihm diverse Folgeaufträge verspricht o.ä., würde ihm dies als Bestechung ausgelegt werden und er könnte ggf. sein Amt verlieren.

Die Notarkosten sind Teil der sogenannten "Anschaffungsnebenkosten" und können deshalb zusammen mit den Anschaffungskosten steuerlich abgeschrieben werden. Die Anschaffungsnebenkosten beinhalten alle Aufwendungen, die im Zusammenhang mit dem Abschluss des Kaufvertrages und dem Eigentümerwechsel entstehen. Hierzu zählen neben den Notarkosten z.B. folgende Punkte: 
Grunderwerbsteuer, Vermessungskosten, Fahrtkosten im Zusammenhang mit dem Kauf, Maklergebühren, Kanalbaubeiträge oder Erschließungskosten.

 

 

 

Amtgericht-Eingang Aurich
Finanzierung und Kauf

Immobilienkauf per Versteigerung

Dez. 2021
Hand mit Haus vor Hand mit Stift, die etwas unterschreibt
Finanzierung und Kauf

Mein neues Zuhause: Gesehen, verliebt, gekauft!

Nov. 2021
Finanzierung und Kauf

Notarkosten: wer, was, warum?

Juni 2021
Finanzierung und Kauf

Zinsen: Gut zu wissen

Mai 2021
Finanzierung und Kauf

Ohne Eigenkapital finanzieren

Apr. 2021